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Unternehmensgeschichte: Das Cafe Duck Dich

1924:
Errichtung eines Neubaues in der Friedrichstraße (heute Karl-Janssen-Str. 1), an Stelle des früher dem Bäckermeister Karl Röchling gehörigen Hauses.

Der Neubau links im Bild. © Strempel
Der Neubau links im Bild. © Strempel

Bericht von 1925:

Zur Geschichte des Cafe „Duck Dich“

Wie bis vor Jahresfrist über der Vergangenheit von Völklingen noch ein dichter Schleier ausgebreitet lag, so ruhte auch die Geschichte des Cafe „Duck Dich“ noch bis vor kurzem in argem Dunkel. Wenn die heimatlichen Geschichtsforscher diese durchaus historische Stätte in ihren Werken unerwähnt lassen, so ist dies dadurch zu erklären, dass die Völklinger Archivakten hierüber nichts enthalten. Lediglich auf Tradition müssen wir uns hier stützen. Noch vor einem Jahre etwa stand gegenüber dem stolzen Völklinger Rathause ein altes, bescheidenes Gebäude, in dessen niedrigen aber anheimelnden Parterreräumen ein Cafe mit Konditorei betrieben wurde. Früheren Generationen ist der Name „Duck Dich“ nicht unbekannt; mancher alte Völklinger erinnert sich noch mit Freude an die alten, trauten Räume, in denen er mit Gleichgesinnten gemütliche Stunden verbrachte; hier wurden nach des Tages Mühe und Arbeit, Sorgen und Kummer restlos verscheucht. Selbst die Hüter des Gesetzes suchten sich hier den schweren Beruf leichter zu machen. Letzten Endes war dieser Umstand die Veranlassung zu dem historischen Namen „Duck Dich“.
Zuverlässige Tradition berichtet uns diesbezüglich folgendes: „Ein sowohl durch seine Körpergröße wie auch äußere ernste Erscheinung bekannter Mann geriet eines Tages – wie schon so oft – in einen gemütlichen Zecherkreis in den erwähnten, lieblichen Räumen. Die Begeisterung, mit der er in die mit Geist erfüllten Räume eintrat, ließ ihn die gewohnte Vorsicht vergessen; er dachte nicht an die Angst einflößende Zierde seines Hauptes, „die Pickelhaube“ und rannte mit der Helmspitze in die Zimmerdecke. Wohl riefen ihm einige frohe Zecher zu „Duck Dich“, aber das Unglück war geschehen, der Helm blieb in der Decke stecken.
Diese Episode sollte für spätere Generationen weiteste Bedeutung erlangen.
Anno 1924 wurde an Stelle des früher dem Bäckermeister Karl Röchling gehörigen Hauses in der Friedrichstraße (*heute Karl-Janssen-Str. 1) ein moderner Neubau errichtet, in jeder Hinsicht das Ortsbild verschönernd. Wie früher, so noch idyllischer wurden die unteren Räume modern, aber gemütlich ausgestattet. Die Benennung dieses, noch immer vom alten, gleichen fröhlichen Geist beherrschten Hauses konnte nicht schwierig sein, zumal das Cafe der alten „Bas Luwis“ geläufig in aller Munde war. Auf historischer Grundlage sollte die Bezeichnung beruhen, und was war da gegebener, als Cafe „Duck Dich“. Und so prangt denn heute in güldenen Lettern dieser Name an der Fassade dieser eleganten Stätte gemütlichen Wohlbehagens.

VK Nachrichten vom 12.12.1925; *=Anmerkung von uns

Cafe Duck dich

1980er:
Aus dem Café Duck Dich, zu dieser Zeit schon Cafe Keipinger genannt, wurde eine Pilsstube Namens „Journal“ und anschließend eine Pizzeria.

Die Straße in den 80ern, rechts das Cafe. © Cafe Duck Dich
Die Straße in den 80ern, rechts das Cafe. © Cafe Duck Dich

 

1990er:
Betrieb eines Cafes sowie einer Pizzaria.

2000:
Im Februar wird das Haus versteigert.

2001:
Am 4. Januar brennt eine Wohnung im Haus vollkommen aus, Brandstiftung war dir Ursache.

2000er:
Leerstand, Planungen Hotel in den Räumlichkeiten zu betreiben scheitern mehrmals.

um 2009:
Frau Sabine Guiotto, heute Besitzerin des Hauses und Betreiberin des Speiselokals Trevi in Saarlouis möchte in Völklingen eine Art Trevi-Ableger mit Hotelbetten zu etablieren. Doch das Vorhaben scheitert an der Krankheit und darauf folgenden Todes ihres Ehemannes.

31.10.2012:
Neueröffnung des Cafes unter der Leitung von Michael Schaumburg. Mit zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern will er das Geschäft angehen und sieht seine Zielgruppe sehr groß: Am liebsten sei ihm ein Generationentreff, wo die 80-Jährigen den Jungen erzählen, was es mit diesem 1908 gebauten, unter Denkmalschutz stehenden Haus auf sich habe.

Frühjahr 2014:
Schaumburg gibt das Cafe auf.