Derby-Sieg mit Unterbrechungen: Fans überwinden den Zaun – Polizei mit Großaufgebot

#Völklingen/#Saarbrücken/#Trier. Der 1. FC Saarbrücken war im Derby gegen die Eintracht Trier trotz Rückstand in der ersten Halbzeit erfolgreich. Gegen Trier zeigte sich allerdings auch warum ein Regionalliga-Stadion solch hohe Ansprüche erfüllen muss und dennoch an seine Grenzen stößt.

Der Tabellenzweite gegen das Schlusslicht, das ist die Vorgeschichte des Spiels. Trier hat sich wegen der anhaltenden Krise erst vor wenigen Tagen von seinem Cheftrainer Peter Rubeck getrennt und prompt einen Sieg danach eingefahren. Doch die Saarbrücker wollten den Trierern gar nicht erst ermöglichen einen Lauf zu bekommen. Der FCS-Coach Dirk Lottner wusste vor der Partie, dass es ein Kampfbetontes Spiel werden wird. Auch die Polizei wusste offensichtlich, dass es auch neben dem Platz hitzig werden könnte und war mit einem Großaufgebot vor Ort.

 

 

Vor dem Anpfiff gedenkt der 1. FCS mit den Gästen Herbert Martin, der im Alter von 91 Jahren vorgestern verstorben ist. Er war einer der besten und erfolgreichsten Spieler der saarländischen Fußballgeschichte, die Saarbrücker Fans zeigten ein Banner mit der Aufschrift „Blau-Schwarze Legende Herbert Martin“.

Schweigeminute im Hermann-Neuberger-Stadion bei strömenden Regen: Teams trauern um Herbert Martin (Foto: Hell)
Schweigeminute im Hermann-Neuberger-Stadion bei strömenden Regen: Teams trauern um Herbert Martin (Foto: Hell)

Spiel beginnt zunächst ausgeglichen

Zunächst beginnt das Spiel ausgeglichen, außer den üblichen Nettigkeiten rivalisierender Fangruppen gab es auch auf der Tribüne keine nennenswerten Ereignisse, doch ein Foul von Peter Chrappan an Sebastian Szimayer sollte das Spiel zum Kippen bringen: Elfmeter für die Eintracht aus Trier. Muhammed Alawie lässt sich nicht lange bitten, versenkt sicher zum 0:1 für die Gäste – auf den Rängen wird es laut: „Schieber! Schieber!“, schallt es aus der Saarbrücker Kurve, zu unrecht wie Patrick Schmidt nach dem Spiel erklärte es: „Drei mal das gleiche Foul am gleichen Spieler, es war klar dass der Schiri dann irgendwann mal Pfeifen wird.“ Die Fernsehbilder des SR sagen hier etwas anderes, offensichtlich eine schwere Entscheidung, die Gaetano Falcicchio treffen musste.
Jubel über den Führungstreffer bei den Trierern (Foto: Hell)
Jubel über den Führungstreffer bei den Trierern (Foto: Hell)

Fans im Innenraum!

Plötzlich befinden sich Fans im Innenraum! Nachdem Zuschauer aus dem Trierer Fanblock den Innenraum betraten, reagierten die Saarbrücker und taten es ihnen gleich – so zu mindestens der Eindruck des Autors. Das Spiel ist unterbrochen, die Elf aus Trier verlässt begleitet von den Schiedsrichtern den Platz, während die Saarbrücker Spieler auf dem Feld warteten.
Bereits lautstark diskutierend beim Verlassen des Platzes, musste Dirk Lottner noch vor dem erneuten Anpfiff den Innenraum verlassen – der Schiedsrichter will eine Beleidigung gehört haben. Danach ging es nach 10 Minuten der Unterbrechung weiter.
Nach den ersten Ausschreitungen zeigte sich die Polizei präventiv im Innenraum (Foto: Hell)
Nach den ersten Ausschreitungen zeigte sich die Polizei präventiv im Innenraum (Foto: Hell)

Saarbrücken macht Druck

Mit Druck wollten die Saarbrücker zeigen wer heute Herr im Hermann-Neuberger-Stadion ist, drängten auf den Ausgleich. Während dessen formierte sich die Polizei im Innenraum, um weitere Ausschreitungen zu vermeiden. In der Nachspielzeit klingelt es dann: Peter Chrappan macht sein vermeintliches Foul wieder gut und köpft das runde ins Eckige: 1:1.

FCS lässt Trier keine Chance

Die zweite Halbzeit beginnt zunächst wie die erste: Ausgeglichen tasteten sich beide Teams zunächst ab, die Taktzahl der Angriffe steigerte sich merklich – beide wollten den Sieg, doch die Saarbrücker wollten ihn mehr: In der 79. Spielminute ließ die Eintracht Marwin Studtrucker zu viel Raum, dieser bedankte sich dafür mit dem 2:1 aus der zweiten Reihe.
Jubel beim FCS nach dem 2:1! (Foto: Hell)
Jubel beim FCS nach dem 2:1! (Foto: Hell)

Elfmeter bringt die Entscheidung

Kurz vor Schluss dann die Entscheidung: Die Trierer bringen einen Saarbrücker im Strafraum zu Fall, dieser Pfiff zum Elfmeter ist nicht so strittig wie der erste: Im Gegenteil! Mendy wurde eindeutig gelegt. Patrick Schmidt ist dies reichlich egal: Er versenkt abgeklärt zur Entscheidung: 3:1 in der 89. Spielminute. Im Anschluss wird Robin Garnier wegen groben Foulspiels noch vom Platz gestellt, er wird den Trierern im nächsten Spiel fehlen – der späte Verweis bleibt im Spiel gegen den FCS allerdings nur etwas für die Statistik.

Lottner will in der Pressekonferenz nichts sagen

Rudi Thömmes (Interimstrainer Trier): ,,Wir haben gut angefangen, sind in Führung gegangen. Nach der Unterbrechung waren wir nicht mehr im Spiel. Wir bekommen einen Standard und ein Konter. Unsere Standards waren eine Katastrophe. Wir müssen die Mannschaft jetzt wieder aufrichten.“
In der Pressekonferenz wollte Dirk Lottner nichts sagen und schickte seinen Stellvertreter Robert Roelovsen. Robert Roelovsen: ,,Die Stimmung ist über gekocht, weil es eine sehr schwierige Entscheidung gab. Wir haben nach dem Rückstand gut reagiert. Wir haben an uns geglaubt, die Mannschaft hat eine gute Moral. Fußball ist eine Sache der Emotionen. Es war eine gute Vorlage für die Derbies, die jetzt kommen.“

Trierer Fans müssen im Stadion bleiben

Nach dem Spiel mussten die Trierer Fans noch im Stadion bleiben – sie versuchten nach dem Abpfiff wieder in den Innenraum zu kommen, woran sie von tapfer kämpfenden Ordnern, die von denen mindestens einer verletzt wurde, gehindert wurden. Erst nach der Aufnahme von Personalien einiger Randalierer im wegen festgestellter Strafttaten Trierer Block ließ die Polizei sie das Stadion in Richtung Bahnhof verlassen.
Dieses Spiel hat gezeigt, warum die Polizei mit viel Personal vor Ort ist und warum Spielstätten in der Regionalliga hohe Anforderungen in Sachen Sicherheitskonzept einhalten müssen. Gerade wenn Rivalisierende Clubs aufeinander treffen sind die Sicherheitsauflagen wichtig.

Saarbrücken weiter auf Platz 2

Mit 23 Punkten ist der 1. FC Saarbrücken weiter auf Platz zwei, mit einem Spiel und zwei Punkten Rückstand auf Elversberg. Für den FCS geht es am Dienstag bereits weiter: Um 19 Uhr treffen die Blauschwarzen in Stuttgart auf die Kickers.

Nachtrag (Leserfotos:)

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