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Die freiwillige Feuerwehr Völklingen – Das Löschwesen im Stadtteil Wehrden – LBZ IV

1858:
Wehrden und Fürstenhausen erhielten jeweils eine Druckfeuerspritze der Firma Joseph Beduwe aus Aachen für jeweils 110 Taler. (XIX.)

1866:
Im Stadtarchiv findet sich unter der Signatur A 1106 eine Akte, die auf eine Urkundenverleihung bei einer Wehrdener (wohl freiwilligen) Feuerwehr hinweist. (XIX.)

1900:
Gründung einer Werksfeuerwehr der Röschling’schen Eisen- und Stahlwerke. Sie verfügte über drei Abprotzspritzen (= Spritzen, die auf einer zwei- oder vierrädrigen Karre transportiert und im Einsatzfall erst heruntergelassen, also „abgeprotzt“ werden mußten.). (XIX.)

1903:
Firmenchef Hermann Röchling erklärt sich nach einer Anfrage der Polizeibehörde Völklingens bereit, seine Werksfeuerwehr zur Unterstützung der Feuerwehren Völklingens und Wehrden ausrücken zu lassen.
Bis zuletzt wurden zur Wasserbeschaffung Eimer benutzt, nun begann man in und um Völklingen mit der Verlegung von Wasserleitungen:
Völklingen verfügt über 99 Hydranten, Wehrden über 45, Luisenthal über einen – alle anderen Stadtteile hatten noch keinen Wasseranschluss. (XIX.)

30. November 1906:
Inkrafttreten der Feuerpolizeiverordnung für die Rheinprovinz:
Gemeinden werden dazu verpflichtet auf ihre Kosten eine Feuerwehr zu gründen. Die hatte zur Folge, dass das Feuerlöschwesen neu geordnet wurde. (XIX.)

1908:
Gründung der freiwilligen Feuerwehren in Fürstenhausen, Geislautern und Wehrden – 1909 folgt die freiwillige Feuerwehr Luisenthal. (XIX.)

1909:
Die Feuerwehr Wehrden hat bei einem Brand im Hause Conrad Leber (Stadtmitte) ihren ersten Einsatz außerhalb Wehrdens. (feuerwehr-voelklingen.de)

1910:
Großübung der Löschzüge der Bürgermeisterei Völklingen in der Saarstraße. Es wurden zwei Anstellleitern eingesetzt. (feuerwehr-voelklingen.de)

1922:
Die Völklinger Feuerwehr verfügt zu dieser Zeit über 314 Feuerwehrmänner, auf sieben Löschzügen – davon waren zwei für Völklingen bestimmt, der Rest für die Gemeinden. (XIX.)

1956:
Der Löschzug Wehrden verliert seine Heimat und all seine Gerätschaften: Das Gerätehaus in der Hostenbacher Straße wurde abgerissen, da die Straße umverlegt wurde. Die Gerätschaften der Löschzüge I und II der Stadtmitte standen aber zu Übungszwecken und zur Brandbekämpfung zur Verfügung. (feuerwehr-voelklingen.de)

1963:
Außer im Stadtteil Wehrden verfügen sämtliche Löschzüge der freiwilligen Feuerwehr Völklingen über ein Gerätehaus, in dem die Löschgeräte und persönlichen Ausrüstungsgegenstände untergebracht sind. (Auszug aus dem Verwaltungsbericht Völklingen 1957-1964)

1964:
Wehrden erhielt ein neues Gerätehaus: In der Hostenbacher Straße wird ein neues Gebäude mit zwei Fahrzeughallen und einem Lehrsaal, sowie einer Wohnung für den Gerätewart an den Löschzug übergeben. Noch im selben Jahr erhielt man das erste Löschfahrzeug. (feuerwehr-voelklingen.de)

Die Übergabe des Gerätehauses in Wehrden am 13.09.1964 © Sammlung Paul Ganster
Die Übergabe des Gerätehauses in Wehrden am 13.09.1964 © Sammlung Paul Ganster

 

Die Hauptübung zu diesem Anlass © Sammlung Paul Ganster
Die Hauptübung zu diesem Anlass © Sammlung Paul Ganster

1965:
In Luisenthal wurde das alte LF 16 durch ein neues LF 8 TS abgelöst. (feuerwehr-voelklingen.de)
Da im Feuerwehr-Magazin von 01/1996 von zwei in Dienst gestellten (T)LF 8 auf Mercedes-Benz Unimog (beide Baujahr 1965) berichtet wird, die 1996 beide in Wehrden stationiert waren, kann man davon ausgehen, dass eines dieser Fahrzeuge zunächst in Luisental seinen Dienst antrat und das zweite zunächst in einem aktuell unbekannten Löschbezirk seinen Dienst tat.

1972:
Zwei TLF 8 Unimog werden in Wehrden stationiert. (feuerwehr-voelklingen.de)

1977:
Aufteilung der Feuerwehr in Löschbezirke. (feuerwehr-voelklingen.de)
Die freiwillige Feuerwehr Völklingen verfügt nun über folgende Löschbezirke:

1982:
In Wehrden wird in Eigeninitiative der Wehr eine Atemschutzgerätewerkstatt für die gesamte Völklinger Wehr gebaut, und ein Atemschutzgerätewagen in Dienst gestellt. (feuerwehr-voelklingen.de)

1985:
Ein neues LF 8 mit einem 800-Liter-Wassertank wird in Wehrden stationiert, es handelt sich um einen Mercedes-Benz 813 mit Bachert Aufbau (Florian Völklingen 04/42). (feuerwehr-voelklingen.de)

Florian 4-42 bei einem Einsatz 2014
Florian 4-42 bei einem Einsatz 2014

1988:
Das Gerätehaus in Wehrden wird renoviert, die Arbeiten dauerten bis 1995. (feuerwehr-voelklingen.de)
Außerdem wird ein Rettungsboot angeschafft.

1989:
Der in Eigeninitiative erstellte Atemschutzgerätewagen wird durch einen gebrauchten Mercedes 406/Metz (Baujahr 1974) der Werkfeuerwehr der Saar-Raffinerie ersetzt. Auch dieses Fahrzeug wurde in viel Eigeninitiative der Feuerwehrleute entsprechend umgebaut. Bis zu seiner Außerdienststellung wurde es Florian Völklingen 04/64 gerufen. (feuerwehr-voelklingen.de)

1993:
Im Dezember erreicht Völklingen das Jahrhunderthochwasser. (feuerwehr-voelklingen.de)

1996:
Die freiwillige Feuerwehr Völklingen verfügt über 250 aktive Feuerwehrleute in acht Löschbezirken, diese sind wie folgt den Löschbezirken zuzuordnen:

  • LBZ I Stadtmitte: 65
  • LBZ III Luisenthal: 25
  • LBZ IV Wehrden: 30
  • LBZ V Fürstenhausen: 30
  • LBZ VI Geislautern: 27
  • LBZ VII Ludweiler: 35
  • LBZ VIII Lauterbach: 35

Die Jugendwehr umfasst 65 Kinder zwischen 10 und 16 Jahren, davon 15 Mädchen – nach damaliger Erfahrung bleiben davon rund 30% der Feuerwehr treu. Sieben Hauptamtliche Gerätewarte sorgen für die Einsatzbereitschaft, sowie die Besetzung der Zentrale. (LXXII.)

Florian 4-23 ersetzte 2 Mercedes Unimog
Florian 4-23 ersetzte 2 Mercedes Unimog

Wehrden erhält ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 auf Mercedes-Benz 1124 AF (LN2) Fahrgestell. Aufgebaut wurde das Fahrzeug von der Firma Metz. Es kostete 300.000 DM, verfügt über einen 2400 Liter-Wassertank und ersetzt damit zwei Mercedes Unimog mit jeweils 800L Löschwasser, die 30 Jahre zuvor angeschafft wurden und nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Der Stadtverband bezuschusste die Anschaffung mit 100.000 DM, der Innenministerium mit 82.000 DM. (LXXX. vom 09.10.1996)

Das Gerätehaus der Feuerwehr in Wehrden
Das Gerätehaus der Feuerwehr in Wehrden

2001:
Die Atemschutzabteilung erhält ein neues Fahrzeug (Florian Völklingen 9/64) auf MAN-Fahrgestell. (feuerwehr-voelklingen.de)

2004:
In Wehrden wird eine neue Umkleidekabine mit neuen Sanitäranlagen angebaut. (feuerwehr-voelklingen.de)

2007:
Ein Mercedes Sprinter wurde als Mannschaftstransportfahrzeug in Wehrden in Dienst gestellt, das Fahrzeug steht allen Löschbezirken zur Verfügung.

2016:
Spatenstich zum Umbau des Feuerwehrgerätehauses:

Auf Grund der Enge der vorhandenen Fahrzeughalle bestand erhebliche Unfallgefahr und damit dringender Handlungsbedarf. Ein Erweiterungsbau bzw. eine Vergrößerung des Standortes waren daher unumgänglich.
Die neue Fahrzeughalle wird um 2,50 Meter in der Tiefe erweitert und um circa 2 Meter erhöht. Hierzu wird die alte Flachdachkonstruktion, die vorhandene Hallenfront und teilweise die Bodenplatte abgerissen. Die Bodenplatte wird ergänzt und die neue Hallenfront bietet Platz für drei normgerechte Sektionaltore.

Spatenstich am Gerätehaus: Mit der sanierten Fahrzeughalle erhalte die Feuerwehr normgerechte Stellplätze für die örtlich stationierten Fahrzeuge, welche zur Bewältigung der zukünftigen Aufgaben der städtischen Feuerwehr unerlässlich sind. (Foto: Stadt VKL)
Spatenstich am Gerätehaus: Mit der sanierten Fahrzeughalle erhalte die Feuerwehr normgerechte Stellplätze für die örtlich stationierten Fahrzeuge, welche zur Bewältigung der zukünftigen Aufgaben der städtischen Feuerwehr unerlässlich sind. (Foto: Stadt VKL)

Die bestehenden Wände der Fahrzeughalle werden mit Stahlbetonbauteilen und Mauerwerk aus Porenbeton nach den statischen Berechnungen ergänzt und aufgestockt. Die Halle erhält ein Dachtragwerk aus Holz. Die Fahrzeughalle kann natürlich be- und entlüftet werden. Zum Schutz der Feuerwehrleute vor Dieselmotor-Emissionen (DME) wird eine Absauganlage eingebaut.
Insgesamt werden in Zukunft der Wehr circa 181 Quadratmeter Fläche in der umgebauten Fahrzeughalle zur Verfügung stehen. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich insgesamt auf 330.000. Euro. Die Bauzeit wird mit 12 bis 18 Monaten ab Baubeginn angegeben. Somit ist mit einem Bezug im März 2018 zu rechnen.