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St. Eligius

Vorgeschichte:
Die Geschichte der katholischen Kirchengemeinde Völklingens reicht noch weitere Jahrhunderte in die Vergangenheit. Die Martinskirche im Alten Brühl ist die Vorgängerkirche der Kirche St.Eligius, dabei existiert die Martinskirche noch bis ins Jahr 1922 als evangelisches Gotteshaus weiter.
Lesen Sie die Geschichte der Martinskirche bis ins Jahr 1845 um die Vorgeschichte von St.Eligius kennen zu lernen.

1829:
Der spätere Bauplatz der Kirche wird bereits festgelegt: „Am Ende des Dorfes gegen Wehrden hin.“ (V. S.88)

1831:
Erste Auschreibungen zum Kirchenneubau wurden gemacht, doch die Bauabsichten versiegten mit den Jahren wieder. (V. S.88)

1843:
Am 11. Juli einigte man sich in einer Schöffenratsitzung darauf, die erforderlichen Mittel für den Kirchenneubau auf sämtliche zu den beiden Pfarrbezirken gehörende Gemeinden entsprechend der Steuerquoten umzulegen.
Als Bauplatz wählte man (nochmals) ein Gelände an der Wehrdener Bezirksstraße (Heute Rathausstraße). (XLIII. S.114)
Die Gemeine zählt zu diese Zeit 2100 Gläubige, davon alleine 531 in Völklingen, in Wehrden 514 und Geislautern 465. Die Übrigen verteilen sich auf Fürstenhausen, Fenne und Klarenthal. (V. S.88)

1845:
Am 29. Juli 1845 wird der Grundstein zur Eligiuskirche gelegt. (XLIII. S.114)

Die erste Kirche Sankt Eligius (Foto: Sammlung Heimatkundlicher Verein Warndt)
Die erste Kirche Sankt Eligius (Foto: Sammlung Heimatkundlicher Verein Warndt)

Die Kirche wird nach den Plänen des Regierungs-Baurats Hoff aus Trier von Bauunternehmer Merz aus St. Johann für 24.500 Taler am Ende des Dorfes Völklingen erbaut, an der Chausee nach Wehrden. Die feierliche Einweihung wird am 22.6.1848 vorgenommen. (V. S.89/90)

1846:
Am 1. November 1846 erhielt der Turm bereits sein Kreuz, am 4. Dezember seinen Wetterhahn. (XCIII. S.13)

1848:
Am 22. Juni verabschiedet sich die Gemeinde von der bisher simultanen Martinskirche, um am 25. Juni ihre neue Kirche zu segnen. (XCIII. S.13)

1849:
Die drei Glocken werden geweiht: Die größere St.Eligiusglocke wog 1271 Pfund, die Donatusglocke 913, und die Glocke der Muttergottes wog 658 Pfund. (V. S.91)

1851:
Die Orgel wird von Wilhelm Breifeld (Trier) aufgestellt. (XCIII. S.13)
Es kam zu einem erneuten Simultans-Streit, nachdem man diesen durch den Kirchenneubau erst beendet hatte: Die evangelische Gemeinde, die nun seit 1848 die Martinskirche alleine besitzt, sah sich 1850 gezwungen Reparaturen an der Kirche vornehmen zu lassen. Dies hatte die vorrübergehende Schließung des alten Kirchleins zur Folge. Da es am 14. November 1847 zu einem Erlass der Trierer Regierung kam, sowie ein Beschluss des Schöffenrates der Gemeinde Völklingen diesen bekräftigte, forderte die evangelische Kirchengemeinde die Mitbenutzung der neuen katholischen Kirche für die Dauer der Arbeiten, wie es ihr bei diesen Beschlüssen zugesprochen wurde. Doch die Katholiken ab, dass ein fester Altar für die Protestanten im Chor aufgestellt wurde, „hier läge eine Verlettzung der katholischen Grundsätze über den Chor vor“.
Am 21. Juli wurde die Kirche durch einen Schlosser in Gegenwart des Bürgermeisters, des Polizeidieners und 10-12 Protestanten polizeilich erbrochen. Am darauf folgenden Tage fand der erste evangelische Gottesdienst in der Kirche statt. Die katholische Gemeinde hielt während dieser Zeit ihre Messen in Großrosseln und im Saal des Pfarrhauses. Bereits am 14. September waren die Arbeiten in der Martinskirche beendet, so konnte an diesem Tage wieder der katholische Gottesdienst in der Eligius-Kirche aufgenommen werden. (V. S.91/92)

1852:
Die Kirche erhält ihren neuen Altar, bis dahin wurde der alte aus der Martinskirche genutzt. (XCIII. S.13)

1870er:
Die Marientalerhütte bei Friedrichsthal baute 1870 die Chorfenster, 1873 folgte die Rosette. (XCIII. S.13)

1880er:
Mit der Unterstützung eines neu gegründeten Kirchenverschönerungsvereins wurde die Kirche das erste Mal stückweise renoviert. Darunter die bereits im schlechten Zustand befindlichen Fenster und der Fußboden, der mit Mettlacher Platten neu belegt wurde. (XCIII. S.13)

1890er:
Es wurden zwei Sakristeien angebaut. (XCIII. S.13)

Sankt Eligius 1898 (Foto: Sammlung Heimatkundlicher Verein Warndt)
Sankt Eligius 1898 (Foto: Sammlung Heimatkundlicher Verein Warndt)

 

Ein Blick in den Chor der alten Sankt Eligius Kirche (Foto: Sammlung Heimatkundlicher Verein Warndt)
Ein Blick in den Chor der alten Sankt Eligius Kirche (Foto: Sammlung Heimatkundlicher Verein Warndt)

1908/09:
Ein Preisausschreiben wurde 1908 beschlossen. Es sollten Pläne zur Erweiterung der Pfarrkirche, für ein neues Pfarrhaus und für den Bau einer Küsterwohnung eingereicht werden. Zum Preisgericht gehörten neben Domvikar Dr. Wiegand aus Trier der Dombaumeister Bernhard Hertel (Köln) und Stadtbaurat Balduin Schulling (Trier). Einstimmig entschloss man sich für die Verwirklichung der Pläne des Dombaumeisters Professor Ludwig Becker, was auch die Gemeinde bestätigte. Bei dem Entwurf kommt weder die barocke Tradition, noch die neuzeitliche Anlehnung an den Jugendstil zu kurz. Am 13. August 1903 wurde die bischöfliche Genehmigung erteilt. (XCIII. S.13/14)

1910:
Die Gemeinde ist auf 14.310 Gläubige gewachsen, dabei wurde die Pfarrei aus Wehrden zwischenzeitlich bereits abgetrennt und hatte wie Geislautern (Maria Himmelfahrt) mit St. Joseph eine eigene Kirche. Eine größere Kirche für Völklingen musste her. (XCIII. S.13)

1911:
Am 9. August 1911 wurden die angestrebten Neubauten von der Königlichen Regierung genehmigt. Wegen des anstehenden Winters wartete man bis ins nächste Frühjahr mit dem Baubeginn. (XCIII. S.15)
An den Sonntagen müssen 5 Messen gehalten werden, und dennoch war die alte Kirche stehts so voll das man sich auf den Gängen fast zum Tode drückte. (V. S.111)

1912:
Am 16. Februar traf auch die notwenige Genehmigung der Baupolizei ein, sogleich wurde die Auschreibung gestartet: Die Ausführung des Kirchenbaus lag in den Händen der Firma von Richard Schmitt aus Luisenthal, die Bauleitung hatte Architekt Johann Scheidgen. (XCIII. S.15)
Bereits am 17. Mai begann man mit den ersten Abrissarbeiten, die Mauer rund um das Kirchengelände musste weichen und nur drei Tage später feierte man den ersten Spatenstich. Noch im gleichen Monat wurden die Uhr und das Turmkreuz demontiert und der Turm abgebrochen. (XCIII. S.15)
Am 28. Mai fand man im Inneren des Turmhahnes eine vergilbte Urkunde:

Gott segne das ehrbare Handwerk!
Völklingen, den 1. August 1901. Dieser Hahn wurde heute von mir im Beisein meines Gesellen Jakob Scholer aus Lorscheid, Kreis Trier, aufgesetzt. Er wurde neu vergoldet, und von neuem im Jahr 1846 von einem gewissen Remmlinger von hier aufgesetzt. – Kohann Hoff – Firmenstempel: Johann Hoff Dachdeckermeister Völklingen a. Saar. (Völklinger Volksfreund vom 30.05.1912)

Auch der rest der Kirche wurde bis auf eine Seitenwand abgerissen. (XCIII. S.15)

Abriss der alten Kirche. (Bild: Stadt Völklingen)
Abriss der alten Kirche. (Bild: Stadt Völklingen)

Am 4. Juni folgte der erste Stein für die neue Kirche, den Grundstein des alten Kirchenbaus von 1845 fand man am 16. August.

[…]Es waren damals in denselben gelegt worden in einer eigens dazu verfertigten Flasche, eine Kopie des Planes, die Abschrift des Kostenanschlages und eine Urkunde, erstere und letztere auf Pergament. Merkwürdiger Wiese hat sich die Kopie des Planes gut erhalten. Die Urkunde ist stark verwittert und trägt auch nicht mehr einen einzigen Schriftzug. Der Kostenanschlag aus starkem Leinenpapier in Heftform, ist noch sehr gut erhalten, doch ist auch auf ihm kein Schriftzeichen mehr bemerkbar. Die Tische oder die Duruckerschwärze hat demnach dem Einfluß der Feuchtigkeit standgehalten, die Tinte nicht. Der Taler vom Jahr 1845, der auch in der Flasche lag, hat an den Ränern sehr gelitten, doch ist das Bildnis König Wilhelm IV. prächtig und glänzend erhalten. Die Flasche war in Asche gelegt und nur mit einem Glasdeckel verschlossen. (Völklinger Volksfreund vom 17.08.1912)

Am 15. September feierte man die Grundsteinlegung, zu der der Weihbischof Dr. Karl Enrst Schrid mit Domvikar Dr. Wiegand vom Bahnhof zum alten Pfarrhaus mit dem Automobil gebracht wurden.
Neben einer Urkunde wurden auch ein Druck des Völklinger Volksfreundes, einige andere Tagesblätter und mehrere Geldstücke aus dem Jahr 1912 in eine Zinkkapsel gesteckt und darin in eine Höhlung des Steines gelegt. Zur Grundsteinlegung waren neben Schrod und Dr. Wiegand auch Definitor Peter wiegand, Regierungsassessor von Raczeck, Bürgermeister Friedrich Sohns, Hermann Röchling und der Architekt Johann Scheidgen. (XCIII. S.16)
Noch im September konnte die Gemeinde das neue Vereinshaus in der Bismarckstraße beziehen, wo man ab dann den Gottesdienst feiern konnte. (XCIII. S.17)

1913:
Im April wurde das Gebälk des Kirchengewölbes aufgeschlagen, am 15. Mai folgte das Aufstecken des Turmkreuzes und des Hahns. Am 19. Mai erfolgt die Abnahme des Rohbaus. (XCIII. S.17)
Bereits am 6. Juli 1913 bezog die Gemeinde die neue Kirche, die mit bis zu 250.000 Mark veranschlagten kosten waren um 57.000 Mark teurer als ursprünglich veranschlagt.
Dechant Metzdorf aus Saarbrücken segnete die Kirche ein. (XCIII. S.20)

Einweihungsfeier um St.Eligius (Sammlung Strempel)
Einweihungsfeier um St.Eligius (Sammlung Strempel)

Am 20. Juli weihte man die vier neuen Gocken, sie ersetzten die drei bisherigen, die der neuen Kirche nicht mehr gerecht wurden. (XCIII. S.20)
Die Firma Gebrüder Otte (Hemelingen) goss diese Glocken: Die Marienglocke (75 Zentner), die Eligiusglocke (40 Zentner), die Donatusglocke (22 Zentner) sowie die Schutzengelglocke (16 Zentner).

Rathausstraße
Ein Blick in die Rathausstraße – der massive Turm der neuen Sankt Eligius-Kirche sticht hervor.

1914:
Noch vor dem ersdten Weltkrieg konsekrierte Bischof Michael Felix Korum am 13. Juli die Kirche. (XCIII. S.20)

1917:
Drei der vier Glocken mussten für Kriegszwecke wieder abgegeben werden, nur die kleinste Glocke blieb in St. Eligius. (XCIII. S.70)

1924:
Vier neue Glocken konnten angeschafft werden. Wieder von der Firma Otto gegossen konnten sie am 4. Mai geweiht werden.

1925:
Das Innere der Kirche konnte endlich gestaltet werden. Kunstmaler Joseph Held aus Düsseldorf-Benrath hielt sich dabei nicht an den Entwurf des Architekten, der das Innere einheitlich weiß und nur durch einzelne Gemälde unterbrochen vorsah, hielt und das Innere der Kirche durchweg mit malereien verzierte. (XCIII. S.22)

Innenansicht der neuen Kirche um 1945
Innenansicht der neuen Kirche um 1945

1928:
Erst 1928 konnte die Orgel der Firma Stahlhuth (Aachen, Lintgen/Luxemburg) ihrer Bestimmung übergeben werden. (XCIII. S.22)

1942:
Wieder müssen die drei größten Glocken für Kriegszwecke abgegeben werden. (XCIII. S.70)

1950er:
Ein Taufbecken wurde aufgestellt. (XCIII. S.54)

1953:
Wieder war es der Kunstmaler Held, der das Innere der Kirche renovieren sollte. Er überstrich die meisten Gemälde wieder mit weisser Farbe. (XCIII. S.22)

1954:
Die Glockengießerei in Saarlouis-Roden goss sechs neue Glocken. Das Glocken Spiel wurde mit dem der Versöhnungskirche abgestimmt. Tausende feierten den Einzug der Glocken in die Stadt am Straßen rand. (XCIII. S.71)

Nr. Name Ton Gewicht
(kg)
Durchmesser
(cm)
1 St. Johannes a0 4000 184
2 St. Eligius c1 2300 154
3 St. Maria d1 1600 137
4 St. Josef f1 1000 115
5 St. Michael g1 700 103
6 Schutzengel a1 500 92

1957:
die Borromäusbibliothek wurde in das Pfarrhaus verlegt, an einem Eingang wurde ein gläserner Windfang installiert. Der Bibliotheks- und Jugendraum wurde zur Kapelle umgebaut, die den Blick auf den Hochaltar für Schwer- und Scherstbeschädigte freigab. (XCIII. S.22)

1959:
Der Ursprünglich in Schiefer eingedeckte Turm, sowie das Kirchenschiff, wurden nun mit den bis heute von weit zu sehenden Kupferplatten gedeckt. (XCIII. S.23)

1973:
Umgestaltung des Kircheninneren nach der Liturgiereform: Ein Messaltar wurde erstellt. An der ersten Pfeilerreihe wurde der Kirchenraum mit einem schmiedeeisernen Gitter abgeschlossen, das eine Arbeit und Stiftung der Völklinger Hütte war. Dahinter findet sich durch den Einbau einer Konche ein kleiner Altarraum für eine Werktagskirche, die über 40 Sitzplätze verfügt. Helds Gemälde von 1925 wurden teilweise wieder freigelegt und Restauriert.
Während dieser Renovierungsarbeiten konnte die katholische Gemeinde die protestantische Versöhnungskirche nutzen. (XCIII. S.23-25)

1981:
Umgestalltung des Pfarrgartens: Das Modell „Mutter und Kind“ von Bildhauerin Inge Anderler-Laurenz fand in einem bis heute erhaltenen Brunnen Platz, nachdem es in der Graugießerei der Völklinger Hütte zur Figur gegossen wurde. (XCIII. S.25)

1982:
Sanierung der Orgel, bei der acht Register hinzugefügt wurden. (XCIII. S.25)

1983:
Die vier Evangelisten fanden an der im Jahr zuvor Sanierten Balustrade pber dem Eingangsportal ihren Platz. Links findet sich Matthäus, dargestellt als Engel, rechts davon markus als Löwe, gefolgt von Lukas als Stier und rechts Johannes als Adler. (XCIII. S.25)

1986:
Das Taufbecken wurde auf den Platz vor der Kirche gestellt und zum Brunnen umgestaltet. Der so neu geschaffene Brunnen trägt den Namen des Bischoff Wiesen, der als Arbeiter fünf Jahre auf der Völklinger Hütte tätig war, 1935 zum Priester und 1964 zum Bischof geweiht wurde. (XCIII. S.26)

2010/2011:
Der Dachstuhl des Kirchenschiffs, sowie der Innenraum werden Renoviert.

2011:
Erneuerung der Antriebe im Geläut: Damit wurde die Steuerung von einer Mechanik auf Elektronik umgestellt. Der Joch von Glocke Nr.2 war nicht mehr in Ordnung und musste ersetzt werden. (XCIII. S.73)

2012:
Erneute Generalüberholung der Orgel. Heute verfügt sie über folgende Disposition (XCIII. S.69):

I Hauptwerk C–g3


1. Praestant 16′
2. Bordun 16′
3. Principal 8′
4. Fugara 8′
5. Dolce 8′
6. Flaut major 8′
7. Gedackt 8′
8. Octave 4′
9. Octavflöte 4′
10. Superoctave 2′
11. Quinte 22/3
12. Terz 13/5
13. Mixtur V-VI
14. Trompete 8′
II Schwellwerk 1 C–g3


15. Lieblich Gedackt 16′
16. Geigenprincipal 8′
17. Gamba 8′
18. Salicional 8′
19. Vox coelestis 8′
20. Konzertflöte 8′
21. Fugara 4′
22. Traversflöte 4′
23. Piccolo 2′
24. Cornett III-IV
25. Scharff V
26. Tuba mirabilis 8′
27. Oboe 8′
28. Clairon 4′
Tremulant
III Schwellwerk 2 C–g3


29. Salicional 16′
30. Violine 8′
31. Aeoline 8′
32. Unda maris 8′
33. Starktongedackt 8′
34. Quintatön 8′
35. Gemshorn 4′
36. Rohrflöte 4′
37. Flageolet 2′
38. Larigot 11/3
39. Harmonia aetheria III
40. Cymbel IV
41. Clarinette 8′
42. Vox humana 8′
Tremulant
Celesta
Celesta (gedämpft)
Pedal C–f1


43. Untersatz 32′
44. Principal 16′
45. Subbass 16′
46. Salicet 16′
47. Octave 8′
48. Cello 8′
49. Superoctave 4′
50. Hohlflöte 4′
51. Hintersatz IV
52. Posaune 16′
53. Trompete 8′