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Saarbrücker Zeitung, 06.03.2001: Alter Brühl nach 45: Wer erinnert sich?

Alter Brühl nach 45: Wer erinnert sich?

Völklingen (dd). Für gewöhnlich sucht Dr. Walter Reinhard im Erdreich nach Spuren der Geschichte: Er ist beim Staatlichen Konservatoramt des Saarlandes zuständig für die so genannte Bodendenkmalpflege. Jetzt aber – im Zusammenhang mit den Grabungen „Im Alten Brühl“, bei denen die Überreste der mittelalterlichen Martinskirche freigelegt werden – sucht er anderswo. Nämlich in der Erinnerung älterer Völklinger. Anlass für Reinhards aktuelle Suche ist ein Bericht, der am 10. Februar 1968 in der „Saarbrücker Zeitung“ erschien. Dort steht zu lesen, dass nach dem Krieg bei Erdarbeiten am Rande des Kirchengeländes „einige Skelettreste mit Waffen“ gefunden worden seien. Was Augenzeugen darüber berichteten, lasse vermuten, es handele sich vielleicht um ein „fränkisches Reihengräberfeld“.

Jetzt, angesichts der bis mindestens aufs 9. Jahrhundert zurückgehenden Funde am Kirchturm, gewinnt die Notiz Bedeutung. Menschen mit ihren Waffen zu begraben, sagt Reinhard, war in der karolingischen Epoche nicht mehr üblich; so bestattete man vorher, zur Zeit der Merowinger, die bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht. Reinhard hofft nun, dass Leute mit gutem Gedächtnis oder gutem Privatarchiv den Archäologen bei der Suche nach der Nachkriegs-Fundstätte helfen können. Wer dazu etwas weiß, melde sich am besten direkt im „Alten Brühl“ bei Grabungsleiterin Dr. Sabine Donié.