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Saarbrücker Zeitung, 21.3.2001: Grundmauern der Kirche nun doch gerettet

21.3.2001

Grundmauern der Kirche nun doch gerettet

Ausgrabungen im Alten Brühl gehen weiter – Stadt übernimmt finanzielle Rückabwicklung

VÖLKLINGEN (dos). Die Ausgrabungen im Alten Brühl können weitergehen. Auf dem Gelände wird kein Supermarkt gebaut. Diese gute Nachricht erreichte Ratsmitglieder und Bürger wenige Minuten vor Beginn der Stadtratssitzung.
In dieser Sitzung sollte über die weitern Schritte in Sachen Alter Brühl beraten werden. Wären Stadt und Investor nicht doch noch zu einem Konsenz gekommen, wären Ende März die Bagger angerollt und die Ausgrabungen unter einem Supermarkt verschwunden.
So hat jetzt doch noch alles ein gutes Ende gefunden. Vorerst. Denn die Stadt muss mit 1,7 Millionen DM Rückkaufkosten für das Grundstück angesichts der desolaten Haushaltslage einen dicken finanziellen Brocken verdauen. Die Landesregierung hat zugesagt, die weiteren Ausgrabungen zu finanzieren, die wohl noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen werden.
Was die Konservierung der Stätte und Funde sowie die Präsentation anbetrifft, so lies sich das zuständige Ministerium zu keiner klaren Aussage bewegen, wie Bürgermeister Fritz Diehl in der Ratssitzung anmerkte.
Das Land will die Finanzierung in Form von entsprechenden Unterstützungsporgrammen (Städtebauförderung, Tourismus) begleiten. Dann bleiben ein Drittel der Kosten wiederum an der Stadt hängen. Stefan Mörsdorf will jedoch versuchen, noch Zuschüsse aus Toto-Mitteln zu bekommen, was den Anteil der Stadt verringern würde.
Der Stadtrat hat jedenfalls einstimmig beschlossen, dass die Mittelstadt die Finanzierung der Rückabwicklung des Grundstückgeschäftes übernimmt. Die dazu erforderlichen Mittel werden dadurch sichergestellt, dass zunächst im Wirtschäftsplan des Gebäude- und Grundstück-Managements für das Jahr 2001 ein gleichhoher Betrag auf der Ausgabenseite gesperrt wird.
„Je weiter die Ausgrabungen fortgeschritten sind, je mehr wurde ihre Bedeutung erkennbar“, zeigte sich der SPD-Ratsvorsitzende Volker Reitler mit der Entwicklung zufrieden. Dabei hob er die Bedeutung der Bürgerinitiative hervor.
Die Verantwortlichen im Lidl-Management wären sich wohl der Negativ-Werbung bewußt gewesen und hätten sich über die Akzeptanz des Marktes an diesem Ort Gedanken machen. „1,7 Millionen DM sind für die Stadt zwar viel Geld. Aber dies war der einzig richtige Schritt“, will Reitler trotzdem das Land bei der Finanzierung der Konservierung und Präsentation nicht so einfach aus der Pflicht lassen.
Auch die CDU-Fraktion will sich laut ihrem Vorsitzenden Gerhard Scherschel dafür einsetzen, dass dieses Paket zu wesentlichen Teilen vom Land getragen wird. „Das Land muss dann entsprechende Töpfe anzapfen“ so Scherschel. Der ebenfalls die Bedeutung der Bürgerinitiative hervorhob. Und sich erfreut über die Einsicht des Investors zeigte.
Die Bürger vernahmen die Entwicklung mit sichtlicher Genugtuung. Sie waren vorsorglich mit Transparenten zur Ratssitzung erschienen, um ihren Forderungen in Sachen Alter Brühl Nachdruck zu verleihen.