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Saarbrücker Zeitung, 24./25.02.2001: Alter Brühl, Heute wieder Führung

Saarbrücker-Zeitung Newsline vom 24/25.2.2001

Alter Brühl, Heute wieder Führung

Völklingen (dd). Etwa 100 Menschen kamen in der vergangenen Woche, als zum ersten Mal eine Besichtigung der Ausgrabungsstätte „Im Alten Brühl“ möglich war. Die Führung wurde fast zur Demonstration: Mit Transparenten riefen Besucher dazu auf, die Reste der mittelalterlichen Martinskirche nicht durch einen „Lidl“-Markt zu überbauen, sondern für die Öffentlichkeit zu erhalten. Eine zweite Führung findet heute um 15 Uhr statt. Wieder mit Neuigkeiten: Die Wissenschaftler, die sich vor einer Woche zu einem Kolloquium an der Grabungsstätte trafen, haben Ergebnisse vorgelegt. Die jüngsten Funde am „Alten Brühl“, darin sind sie sich einig, sind ins 9. Jahrhundert oder noch früher zu datieren, und die Kirche dürfte in Zusammenhang gestanden haben mit dem einstigen karolingischen Königsgut – auf dem jetzt freigelegten Steinboden der mittelalterlichen Martinskirche dürfte also Ludwig der Fromme anno 822 bei seinem Besuch in „Fulcolinga“ eine Messe gehört oder selbst gelesen haben …
Nach den bisher gültigen Vereinbarungen wäre die heutige zweite Führung zugleich die letzte, am 1. März sollten die „Lidl‘-Bauarbeiten beginnen. Doch nach Auskunft von Landeskonservator Johann Peter Lüth stehen die Chancen recht gut, dass die Archäologen noch einen Monat Aufschub bekommen für ihre Arbeit; dann gäbe es auch weitere Besichtigungsmöglichkeiten für die Bürger. Und auch darüber, ob das Denkmal mit einem Discountmarkt überbaut wird oder – teilweise – zugänglich bleibt, ist das letzte Wort offenbar noch nicht gesprochen: Übereinstimmend bestätigen Rainer Grün, Staatssekretär im Umweltministerium, Völklingens Oberbürgermeister Hans Netzer und Lüth, dass man weiter über Kompromisse verhandle. Vor allem, fügt Lüth hinzu, über die Lage des Marktes auf der Fläche; man prüfe die Zahl der Parkplätze für den Markt und die Wende-Radien für die Liefer-Lastwagen. Auch die Firma Lidl selbst äußert sich inzwischen: Vom zuständigen Mann in Friedrichsthal erhielten wir am Telefon die Auskunft, dass man leider keine Auskunft geben könne. Der CDU: Stadtverordnete Klaus Lorig bekam Ähnliches schriftlich, als Antwort auf einen Brief.