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Saarbrücker Zeitung, 26./27.05.2001: Bürger-Engagement – aber wie?

26/27.5.2001

Bürger-Engagement – aber wie?

Dem Engagement von Völklinger Bürgerinnen und Bürgern ist es zu danken, dass es nun Chancen gibt, die Reste der alten Martinskirche am „Alten Brühl“ als dauerhafte Zeugen der Stadt- und Landesgeschichte zu erhalten: Die „Bürgerinitiative Alter Brühl“ weckte so eindringlich das Bewusstsein der Völklinger für die historische Bedeutung des Ortes, machte mit Informationen, Plakaten und Unterschriftensammlungen so starken öffentlichen Druck, dass die Firma „Lidl“ schließlich Abschied nahm von ihren Plänen, am „Alten Brühl“ einen Discount-Markt zu errichten, und dass der Völklinger Stadtrat im März den Rückkauf des Grundstücks beschloss. Bürger-Unterstützung aber, so hatte Landeskonservator Johann Peter Lüth damals schon erläutert, werde für das Denkmal auch künftig nötig sein, um Ideen und Kräfte zu sammeln für die spätere Gestaltung und öffentliche Erschließung der Grabungsstätte. Die Initiative sah das genauso. Sie arbeitete weiter, mit dem Ziel, einen Förderverein für das Denkmal ins Leben zu rufen. Und während die Mehrheit der Initiative noch über die Vereinsgründung beriet, schritten einige ihrer Mitglieder im April bereits zur Tat: Sie hielten eine Gründungsversammlung ab, bei der der „Heimathistorische Förderverein St. Martinskirche“ Satzung und Vorstand bekam. Über Aktivitäten des Vereins war bislang jedoch noch nichts zu hören. Auch wurde er – so die Auskunft von Manfred Dierstein, Geschäftsleiter des Völklinger Amtsgerichts – noch nicht angemeldet für den Eintrag ins Vereinsregister, mit dem ein Verein erst im rechtlichen Sinne arbeitsfähig wird. Das könnte damit zusammenhängen, dass der in der Gründungsversammlung gewählte Vorstand inzwischen nicht mehr besteht; Norbert Morche, der 1. Vorsitzende, gab sein Amt schon nach kurzer Zeit zurück, wie er auf Anfrage bestätigte. Ungewiss also, welche Form das Engagement für die mittelalterliche Martinskirche künftig annehmen wird. Gewiss ist einzig, dass das Denkmal nur mit der Beteiligung und Unterstützung von Völklinger Bürgern zu einer Identität stiftenden Attraktion der Stadt werden kann.

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