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Saarbrücker Zeitung, 26./27.5.2001: Was ist ein Schutzbau? – „SZ“ fragte beim Landeskonservator nach

26/27.5.2001

Was ist ein Schutzbau? – „SZ“ fragte beim Landeskonservator nach

Im Boden können Überreste alter Bauten Jahrhunderte überdauern, denn das umgebende Erdreich bewahrt sie vor Zerstörungen durch Wasser, Wind und Frost. Doch einmal freigelegt, benötigen historische Mauern Schutz vor der Witterung: einen „Schutzbau“. Dessen Minimal-Form, so erläutert Landeskonservator Johann Peter Lüth, wäre ein Dach: Wenn der Regen nicht ins Mauerwerk eindringen kann, sinkt die Gefahr, dass Mauern Frostsprengungen erleiden, schon erheblich. Bessere Dienste aber leistet ein Bau, der die Ruinen von allen Seiten umhüllt, also auch den Wind abhält und Temperatur-Sprünge mildert. Wobei nach Lüths Worten Denkmäler wie die Völklinger Martinskirche normalen Temperaturumschwüngen gewachsen sind, heizen müsste man einen Schutzbau am „Alten Brühl“ in Völklingen also nicht. Noch nicht einmal eine geschlossene Bauweise wäre nötig, freie Luftzirkulation sogar erwünscht. Im Sommer ließe sich solch ein Bau über seine Hüllen-Funktion hinaus nutzen, für Ausstellungen oder Veranstaltungen. Für einen Völklinger Schutzbau einen Architekten von Rang zu gewinnen (wie Peter Zumthor, der – siehe Fotos – in Chur eine großartige Hülle um römische Ruinen schuf): Das wäre für Johann Peter Lüth ein Traum. Und besonders gefällt ihm, was dem saarländischen Umweltminister Stefan Mörsdorf spontan einfiel, als er die Grabung am „Alten Brühl“ besichtigte: „Hier gehört wieder eine Kirche hin!“ Eine Sommerkirche, auch profanen Zwecken dienlich: Diese Idee findet Lüth „so schön, dass ich sie nicht zu denken wagte“.