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Saarbrücker Zeitung, 08.02.2001: Neue Entdeckungen am „Alten Brühl“

Neue Entdeckungen am „Alten Brühl“

Völklingen (dd). Neue Funde an der Ausgrabungsstätte am „Alten Brühl“ könnten darauf hindeuten, dass dort, im ältesten Teil Völklingens, schon vor dem 12./13. Jahrhundert geistliche und weltliche Bauten gestanden haben, In dieser Woche brachte das Grabungs-Team des Landeskonservatoramtes unter anderem einen Sarkophag mit Kopflager ans Licht. Eine genaue Datierung des Fundes ist nach Auskunft der Archäologin Dr. Sabine Donie, die die Ausgrabungen leitet, zwar noch nicht möglich. Bekannt ist jedoch, dass Sarkophage gleichen Typs bereits im 10./11. Jahrhundert Verwendung fanden. Außerdem wurden Mauerreste jenseits der Kirchen-Grundrisse entdeckt, vermutlich älter als die Kirchen-Fundamente nach Ansicht von Landeskonservator Johann Peter Lüth ein Indiz dafür, dass die mittelalterliche Martinskirche auf Mauern eines früheren weltlichen Wehr-Baus errichtet wurde. Wobei die mittelalterlichen Kirchen-Erbauer sich auch sonst der Überreste früherer Besiedlung bedienten: Eingefügt in die Kirchenmauern fanden sich „recycelte“ römische Ziegel, es muss in der Nähe also römische Bauten gegeben haben. Funde, die den Protesten gegen die geplante Uberbauung des Geländes durch einen „Lidl“-Markt neue Nahrung geben. Mindestens 500 Völklinger, so berichtet Klaus Lorig, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, haben sich bereits mit ihrer Unterschrift für die Erhaltung der historischen Stätte ausgesprochen. Und gemeinsam haben CDU- und SPD-Fraktion im Stadtrat inzwischen einen Brief an „Lidl“ auf den Weg gebracht, in dem sie die Firma darum bitten, auf den Neubau an dem geschichtsträchtigen Ort zu verzichten.