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Geislautern – Die Wiege der Schwerindustrie in Völklingen

Das Wappen von Geislautern
Das Wappen von Geislautern

Geislautern, einer der ältesten Stadtteile Völklingens, entstand am Zusammenfluss von Lauterbach und Rossel. Die vorhandenen Talböden konnten als Wiesen- und Ackerland, die Bäche zur Fischerei genutzt werden. Der reiche Waldbestand des Warndts bot sich zur Forstwirtschaft an. die Vorkommen von Kohle und Erz ließen hier die ersten Bergbau- und Eisenindustrien um das Gebiet der heutigen Mittelstadt Völklingen entstehen, die dem Ort neben der Landwirtschaft bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts sein Gepräge gaben.
In Seiner ältesten Form erscheint der Ort als „Luttern“. Zur Unterscheidung von anderen „Lauter-Orten“, wie (Frau)lautern oder (Kaisers)lautern wurde die Silbe „Geiß“ in der Bedeutung „Bach“, „fließendes Wasser“, dem Namen vorangestellt.

Vorgeschichte:
Römerzeit: „An mehreren Stellen des Bannes stieß man auf römerzeitliche Gebäudereste. In der Nähe des alten Schulhauses wurden spätrömische Ziegelgräber entdeckt.“(LX. S. 265)

„Ebenso sind, wie mir Herr Schachtmeister H. Müller berichtet, auf dem Flurdistrikt Bitschelt am Langenhübel römische Münzen, sogar Goldmünzen, wie es heißt, gefunden worden, und zwar an derselben Stelle, wo jetzt die Quirinsche Mühle erbaut ist. – In der Nähe soll „altes Mauerwerk“ sein. (LXI. S.133) 1848 wurde bei „Schottland“ eine kleine röm.Siedlung gefunden, in der Nähe der Rosselbrücke fanden sich röm.Ziegel mit dem im Saarland verbreiteten Stempel Q.Val.SABE. (Quintus Valerius Sabellus)

1280:
Ersterwähnung. Johann von Altweiler (Kr.Forbach), Sohn des Ritters Walther von Wolmeringen, verkauft die Vogtei von Luttern an Heinrich von Folchelingen (L. 590)

1296:
In seinem Testament vermacht Henrich von Thedingen, Ritter von Saarbrücken, all seine Einkünfte’aus „Enesdorff“ und Lisdorf, Geisenlutra und Hermanshusen“ einem Fond zur Unterstützung der Armen. (Hermannshausen ist der Name eines untergegangenen Dorfes am Hallerkopf) (L. 773)

1316:
Ulrich von Saarbrücken, Sohn des Heinrich von Völklingen, wird Burgmann in Saarbrücken, und der Graf von Saarbrücken belehnt ihn mit der Vogtei zu Geißlutre. (L. 994)

1372:
Die Witwe Jenette von Beris in Saarbrücken besitzt Schaft und Gilten in Lutern im Folklinger Hofe (L. 1807)

1441:
Johann von Gerolstein und Gerslin von Homburg haben den Zehnten in Geislautern zu Lehen (XL. S.34)

1450:
Das Jahrgeding des Völklinger Hofes erwähnt Geislautern als Sitz der Förster des Warndtwaldes.

1518:
Das Jahrgeding von Völklingen erwähnt, dass Geislautern und Wehrden. im Verlauf einer Fehde niedergebrannt wurden.

1520:
Der Pfarrer von Völklingen hat in der Kapelle zu Geislautern wöchentlich eine Messe zu lesen. (LII. S. 60)

1522:
Pfarrer Jakob von Lisdorf versprach schriftlich in der Kapelle zu Geislautern wöchentlich eine Messe und alle vier Wochen eine „Hubermesse“ (Huber = Waldbauer) zu lesen.
Die Kapelle stand an der Stelle der alten Schule (bis vor einigen Jahren Volksbank Geschäftsstelle).

1524:
Geislautern zählte 8 bewohnte und 3 leerstehende Häuser, d.h. es lebten 8 Familien im Ort.

1531:
Anstellungsbrief des Völklinger Pfarrers und seine Bestätigung nennen den Ort in der gleichen Urkunde „Lutern“ und „Geislutern“.

1542:
Bei der „Türkenschatzung“ wurden in Geislautern 14 Steuerzahler gezählt.

1572:
Graf Johann von Nassau-Saarbrücken erlaubte den Pächtern Stuß und Arnet in Geislautern nach Erzen und Kohlen zu graben und eine Eisenhütte zu bauen. In den folgenden Jahren wurden mit neuen Pächtern Verträge geschlossen, bis die Wirren des Dreißigjährigen Krieges die Stillegung der Hütte erzwangen. Als Feuerungsmaterial wurde zu dieser Zeit noch ausschließlich Holzkohle benutzt; die Erzeugnisse der Hütte waren Öfen, Ofenplatten, Töpfe und Schmiedeeisen.

1575:
Die Geislauterner Kapelle besitzt an Einkünften 9 Fuder Heu, 2 Rodbüsche und den Ertrag von 5 Äckern. Sie dient nur noch dem evangelischen Gottesdienst, da es im Ort keine Katholiken mehr gibt. (LII. s. 61)

1585:
Gründung der Geislauterner Eisenhütte durch zwei Heidelberger Bürger (LVIII. S.65) Es werden hergestellt eiserne öfen, Töpfe aus Lehmguß, Schmiedeeisen in Stangen und Platten (LVIII. S.83)

1604:
Ein Teil des zum Geislauterner Bann gehörigen Hofbereichs wird abgetrennt zur Gründung der Hugenottengemeinde Ludweiler (LVIII. S.15) Mit Erlaubnis des Landesherrn beginnt der Abbau von Erz.

1605:
Die .Eisenschmelzen in Geislautern sind im Besitz zweier Metzer Bürger. Nikolas Unbehendt unrl Ruppert Maupassandt (XL.s. 35)

1609:
die alte Kapelle wurde noch einmal restauriert bevor sie im dreißigjährigen Krieg verfiel.

1618-1648:
Geislautern wurde im Dreißigjährigen Krieg – wie die übrigen Dörfer des Völklinger Hofes – fast völlig zerstört und entvölkert.

1622:
Ein gewisser Sorg – die Familie ist schon 1542 bei der Türkenschatzung erwähnt – entdeckt bei der Suche nach Erz-auf dem Bann von Geislautern Steinkohlen (LVIII. S.15) Er wendet sich mit 5 Genossen an seinen Landesherrn:
»Dero Gnaden Endißbenannte Vnderthanen Köhnnen wir . In Vnderthämigkei Klagent vnangezeigt nicht lassen, wie daß die Ertzknappen Michael Gabriel und. sein Mitgesell In vnserm Schäfftgültigen Gut zu Geyßlautern oben ahn der EiSenhütten in einem Rodtbösch ahm Klopf genannt, Eisen Ertz zu graben gesucht, aber Keines, Sondern Steynkohlen gefunden, derselbigen Etliche wagenvoll gegraben vnd VerKaufft, vnd wann off Bevelch deß Herrn Oberamptmanns Ihnen Knappen von unserm Schäfftgültigem Guth abzulassen gebothen worden wehre, Sie nicht von den Kohlen abgelassen hetten.
Dieweill wir dann von vnserm Schäfftgültigen Guth Näher als eim frembter, die Kohlen zu graben, vnd Ew.Gn. einen daruff gesetzten billigen ZinßJärlichen darvon zu geben underthänig gehorsam willig seind.
Also gelangt ahn Ew.Gn. vnser underthänig Hochflehentlich vmb Gotteswillen bitten, Die wollen unß Arme vnderthanen die Kohlen Zu graben und einen Jährlichen billigen Zinß daruff schlagen, vor andern vrembten gnedig göhnnen, Vnd auch Schriftliche Schein darüber Mitzutheilen auß Gnade Verordnen, Hirmit Ew.Gn. vnß zu Gnädiger willfahrung vnderthänig Empfhelendt, vnd auch einer Gnädigen tröstlichen Antworth Erwarthendt pp.“

1634:
Schwedische und französische Einquartierung. Pest im Land. Nur noch 9 Einwohner.

1648:
Ende des 30-jährigen Krieges. Die Geislauterner Eisenhütte liegt still (XLII. S.54)

1680:
Erste Erwähnung einer Schweizerei und Schäferei in Geislautern, etwa gleichzeitig mit der Schweizerei in Fenne angelegt. Der Geislauterner Schäfer hat das Recht, seine Schafe auch auf WEhrdener Bann zu weiden (XLII. S.57)

1682:
Im Völklinger Taufbuch werden als Geislauterner genannt: Schwarzenholz Johann – Stecheling Benedickt – Koth Johann – Kurz – Quirin Samuel – Porth Gertrud – Zimmermann Johannes – Bergsaal Antonius – Meyer Johann.

1730:
Die große Rheinkarte des Henry Sengre verzeichnet Geislautern als „Keisloutre“.
Die Geislauterner Schäferei besteht noch. Ihr Besitzer ist der Wirt Haldy, Saarbrücken . Die Herde zählt 300 Schafe.
2 Steinkohlengruben sind in Betrieb. Ein neues Hammer werk ist geplant (LVIII. S.19) Geislautern zählt 12 Haushalte.

1733:
Die Geislauterner Eisenhütte war wieder in betrieb, wie die ersten erhaltenen Ofenplatten aus diesem Jahr beweisen. Schon 3 Jahre zuvor hatte Gräfin C.A. von Nassau-Usingen angekündigt an der Rossel ein neues Hammerwerk erbauen zu lassen. Das Werk bestand damals aus „doppeltem Ofen“ mit 2 Paar Wasserrädern getriebenen Blasebälgen, ferner einem großen Hammer mit drei Feuern, einem Rennfeuer und einem kleinen Hammer.

1734:
Der Hüttenschreiber Gottfried Röchling, Saarbrücken, berichtet, daß die Eisenhütte in voller Blüte steht. (XL.s. 36)

1735:
Verkaufte die Hütte 3.052 Zentner Barreneisen für 13.288 Gulden nach Metz.

1738:
Der Metzer Kaufmann und Ratsherr Olry übernimmt für 6 Jahre die gesamte Produktion der Geislauterner Hütte (LVIII. S.86) – Der Bann Geislautern umfaßt 1679 Morgen (LVIII. S.20)

1739:
Besuchten die lutherischen Kinder eine Schule in Fürstenhausen.

1750:
Zum Betrieb des Hammerwerks wird der Hammergraben erbaut (XL. S.37)

1751:
Die Grube Geislautern wurde verstaatlicht.

1756:
wurden ein zweiter Hochofen und ein Hammerwerk errichtet.
Amtmann Lex: Zur Meierei Völklingen gehörten die Dörfer Fürstenhausen, Wehrden, Knausholz und Geislautern.
Geislautern zählte 13 Bauernhäuser und 20 Wohnhäuser, in denen die zum Eisenwerk gehörenden Arbeiter und sonstige Personen wohnten.
die 13 Untertanen sowie ein Hintersasse waren fronbare Gemeinsmänner, von ihnen waren zwei lutherisch, alle übrigen katholisch. Auf dem Eisenwerk wohnten Juden, auch lutherische, reformierte und katholische Arbeiter, die ebenso wie die Hirten frei von herrschaftlichen Abgaben waren.

1758:
Die Eisenhütte GI. in Pachtbesitz des fürstlichen Hofagenten Beer Hertz (LVIII. S.87)

1767:
Die Eisenhütte erneut an eine französische Gesellschaft verpachtet (LVIII. S.87)

1773:
Sieben Bergleute förderten in zwei Stollen Steinkohle. Diese Stollen lagen in der Gegend des heutigen Friedhofes und in Richtung Kloppwald.
1779 lag die Fordermenge bei 950,5 t Kohlen
1785 lag die Fördermenge bei 1.030,5 t
1790 lag die Fördermenge bei 1.710 t

1776:
Beschwerdeschrift der Gemeinden Geislautern und Fürstenhausen an den Grafen Ludwig von Saarbrücken wegen der Waldrechte im „Langenhübel“. Eine endgültige Entscheidung wird erst 1799 durch die Trierer Regierung gefällt.

1779:
Die Grube Geislautern fördert 950,5 t Kohlen (XL. S.45)

1785:
Die Grube fördert ca. 1030,5 t Kohlen (XL.s. 45)

1797:
Die französische Regierung, deren Truppen seit 1793 die Grafschaft Saarbrücken besetzt hielten, erklärte die Grube und die Eisenhütte Geislauten zu Staatsdomänen.

1802:
Napoleon ordnet die Errichtung einer Berg- und Hüttenschule in Geislautern an (LVIII. S.27)

1804:
Geislautern zählte 328 Einwohner.

1807:
Die auf Anordnung Napolenos eingerichtete Berg- und Hüttenschule Geislautern übernahm die Grube und die Hütte.
Der Bau der Schulanlage, in Geislautern später als „Schloss“ bekannt, blieb bis 1815, als die Preußen Frankreich in der Herrschaft an der Saar ablösten, unvollendet; 1945 wurde das „Schloss“ vermutlich durch Brandstiftung zerstört.
Ein erster Hochofen wird angeblasen (LVIII. S.88)

1808:
In Geislautern arbeitet eine Weißblechfabrik, Ertrag ca. 60.000 Frs. (LVII. S,391)

1814:
Im Eisenwerk Geislautern arbeiten 2 Hochöfen, 3 Frischfeuer, 1 Schwarzblech- u. Weißblech-Fabrik (Saarkalender 1923 S. 142)
Seit dem Frieden zu Paris sind Geislautern und seine Industrie preußisch.

1816:
Aus einem „Bereisungsprotokoll“: „Das Eisenwerk ist das einzige herrschaftliche Werk dieser Art in Saarbrücken. Es besteht aus zwei unter einem Dach nebeneinander gebauten Hochöfen, wovon jedoch seit lagen Jarhen nur einer in betrieb war. ferner aus drei Hammerfeuern und einem Kleinhammer. Sodann ist noch ein Blechhammer vorhanden, welcher ebenfalls seit mehreren Jahren nicht mehr betrieben worden ist.
Die Grube liegt gleich neben dem Hüttenwerk, zu dem sie gehört und baut auf drei verschiedenen Flözen von 2, 3 und 5 fuß Mächtigkeit… Das Werk ist mit 39 Mann belegt, welche jährlich 2.500 Fuder Kohlen fördern.“

1817:
Einrichtung einer staatlichen Försterei in Geislautern, Sie untersteht der Oberförsterei Karlsbrunn (XL.s. 39)

1819 – 1822:
Fahrversuche mit dem sog. „Geislauterner Dampfwagen“ durch den Geislautern beinahe berühmt geworden wäre. Diese zweite deutsche Lokomotive war für den Einsatz auf dem „Friederiken-Schienenweg“ im Frommersbachtal bestimmt, der zu der Kohleverladestelle Luisenthal führte. Da der Dampfwagen aber in Berlin konstruiert und dann in Einzelteilen an die Saar verschifft wurde, konnte er in Geislautern nicht korrekt zusammengebaut werden; es fehlte an Fachleuten und der entsprechenden Technik. Leider war der Dampfwagen dadurch nicht funktionstüchtig und wurde 1835 in seine Einzelteile zerlegt, die im freien Verkauf nur die lächerliche Summe von 335 Talern einbrachten. Die ursprünglichen Kosten lagen bei 5.132 Talern! Erst 1835 wurde dann der „Adler“ in Fürth als erste Lokomotive in deutschen Landen gefeiert.

Geislauterner Dampfwagen
Geislauterner Dampfwagen

1822:
Geislautern zählte 480 Einwohner.

1827:
Die Gebrüder Stumm kauften dem preußischen Staat das „Musterwerk“ für 40.000 Taler ab, überließen es aber 1 Jahr später zum selben Preis der Dillinger Hütte. (LVIII. S.91)

1828:
Geislautern zählt 52 kath. und 15 ev. Familien.

1830:
Zeitgenössischer Bericht: „Geislautern, ein Dorf am Rosselbach mit 1 Mühle, 60 Feuerstellen, Steinkohlengruben und einem vormals königlichen Eisenwerk.“

»Geislautern, ein Dorf am Rosselbach mit 1 Mühle, 66 Feuerstellen, 526 Einwohnern, Steinkohlengruben und einem vormals königlichen Eisenwerk. Dies besteht aus einer Eisenhütte mit 2 Hochöfen und 1 Gießerei, aus 1 Puddling-Frischanlage mit 5 Flammöfen, 3 Walzwerken, 1 Eisenschneidewerk und den nötigen Hammerwerken, aus 1 Bohr- und Drehanstalt, 1 Emaillierhütte zum Emaillieren gußeiserner Poterie, -aus 1 großen Laboratorium mit Gußstahl- und Stahlcementieröfen, aus 2 Doppelröstöfen zum Rösten des Eisenerzes, aus 1 Stahlpochwerke, 1 Erzwäsche, 2 Werkschmieden usw. Ferner ist in Geislautern eine Weißblechfabrik, die jährlich etwa für 15 bis 20 000 Rthr. weißes Blech verfertigti» (Restorff S. 948)
Der Geislauterner Vorsteher- Sebastian Stein an den „Herrn Bürgermeister wohlgeboren in Völklingen. da die gemein mit Zufriedenheit den Friederich Kreiß von wer den als ban und bolizei schutz zu Geißlautern Vor das jahr 1830 und mir sind eins geworden Vier sechs und dreißig Thaler.“

1833:
Die Grube Geislautern ging zum Schachtbau über. Der erste Förderschacht wurde am Rotweg abgeteuft und erreichte 1838 die erste Tiefbausohle. Die Zahl der Bergleute stieg in den kommenden Jahren stetig an.
Geislautern hat 418 Einwohner, 59 Schulkinder im Alter von 5 bis 14 Jahren, 1 Schule, 1 Schulklasse, 1 Lehrer, (XLII. S.147)

1835:
Die untüchtige Dampflok aus Berlin wird als Schrott verkauft. Sie hatte gekbstet 5 132 Taler und wurde verkauft für 335 Taler, 6 Silbergroschen und 7 Pfennige (XL. S.40)

1839:
Bau eines katholischen Schulhauses am „Spitzen Eck“. Für die evangelischen Schulkinder wurde in der Ludweilerstraße von den Gemeinden Wehrden und Geislautern ein gemeinsames Schulhaus errichtet.

In der Grube arbeiten 49 Bergleute (XL. S.46)

1840:
In Geislautern wurde der erste Kokshochofen im Saarland angeblasen, eingesetzt wurde Steinkohle aus der Grube Geislautern.
– Auf der Grube arbeiten 108 Bergleute. (XL. S.46)

1849:
Einwohner: 733, 575 Katholiken, 158 Protestanten. Schulverhältnisse unverändert. (XLII. s. 148)

1850:
In der Gleislauterner Grube arbeiten 315 Bergleute (XL. S.46)

1853:
Einsegnung des Dorfkreuzes an der Rosselbrücke durch den Trierer Bischof Arnoldi (XLII. S. 168 Anm.)

1855:
Das Eisenwerk Geislautern zählt 271 Arbeiter, die Eberbacher Mühle des Johann Quirin 1, der Kalkofen der Hütte 1, die Erzgrube der Hütte 12, die Kohlengrube 290 Arbeiter (XLII. S. 114)

1858:
Die Belegschaften gehen zurück, die des Eisenwerks auf 215, die der Kohlengrube auf 217 Arbeiter. Dagegen beschäftigt die Erzgrube jetzt 19 Arbeiter (XLII. S. 114)

1860:
202 Bergleute auf der Grube (XL.S.46)

1861:
Einwohnerzahl: 776 (XLII. S.112)

1864:
Auf der Grube Geislautern, die seit 1847 über eine unterirdische Dampfmaschine zur Kohleforderung und Wasserhaltung verfügte, ereignete sich eine Dampfkesselexplosion.

1865:
Die Gemeinde Geislautern erhält eine 290 Taler teure, große vierrädrige Feuerspritze der Firma Lehmann aus Neuwied. Es bestand also bereits ein Feuerlöschwesen in Geislautern. (XIX.)

1870:
Im Verlauf des Deutsch-Französischen Krieges kam es am Rotweg zu einem heftigen Kampf zwischen Preußen und Franzosen.

1874:
Der hölzerne Postkasten, der seit etwa 20 Jahren im Dorf hängt, wird durch einen gußeisernen Kasten ersetzt, der die Gemeinde 6 Reichstaler und 2 Silbergroschen kostet.

Der Geislauterner Kokshochofen wurde stillgelegt. Das Puddeln und Frischen wurde noch einige Jahre fortgesetzt.
Das Werk Dillingen schließt die Geislauterner Eisenhütte, die zuletzt mit 2 Hochöfen arbeitete (XL.S. 51)

1875:
Anlage eines eigenen Friedhofes in Geislautern. Die Toten wurden bis dahin in Völklingen beerdigt.

1876:
Ein „Kanalstollen“ führt aus der Grube Geislautern direkt zur Saar-Verladestelle in Wehrden (XL.S. 46)

1884:
Die Geislauterner Eisenhütte, ein Zweigwerk der Dillinger Hütte, wurde stillgelegt. Gebäude und Ländereien an die Gebrüder Hanau verkauft.

Kloppwald 1880-1920
Kloppwald 1880-1920

1891:
Familie Abel und Schäfer erwarben die alte Eisenhütte und errichteten eine Getreidemühle.

1892:
Die Franz.Revolution läßt die Förderung der Grube zurückgehen auf 1.207 t (XL.S. 45)

1893:
Erbauung der Walzenmühle Abel und Schäfer unter Ausnutzung des Hammergrabens (XL.S. 41)

1894:
Geislautern erhielt ein eigenes evangelisches Schulhaus.

1899:
Baubeginn des Rosselschachtes, der späteren Grube Velsen.

Blick zur Schlossbrauerei ca. 1903
Blick zur Schlossbrauerei ca. 1903

1905:
Der Dasbach-Verein gründete in Geislautern die Hansena-Brauerei.

1906/1907:
Bau der katholischen Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“.

Katholischen Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt". (Bild: A.Hell; 2002)
Katholischen Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“. (Bild: A.Hell; 2002)

Bau des Bahnhofs Geislautern in Zusammenhang mit dem Bau der Bahnlinie Saarbrücken-Großrosseln.

1908:
2.074 Einwohner, davon 1.688 Katholiken und 356 Protestanten.
Die Grube Geislautern wurde stillgelegt. Im letzten Jahr ihres Bestehens förderten 329 Bergleute noch 65.585 Tonnen Kohle.
Geislautern wird zur kath. Vikarie erhoben.

Blick auf Geislautern von 1908
Blick auf Geislautern von 1908

1909:
Am 3. September wurde die Straßenbahnlinie Völklingen – Wehrden – Geislautern- Großrosseln bzw. Ludweiler in Betrieb genommen.

1917:
Im 1. Weltkrieg müssen die ersten Glocken abgeliefert werden.

1919:
Geislautern wurde eigenständige Pfarrei.

1921:
Die Hansena-Brauerei wurde von der Neunkircher Schloss-Brauerei übernommen und als „Schloss-Brauerei-Geislautern“ weitergeführt.

1926:
Die Französische Grubenverwaltung verlegte die Inspektion XII in die ehemaligen Tagesanlagen der Grube Geislautern am Rotweg.

1928:
Geislautern zählte 3.312 Einwohner, davon 2.642 Katholiken, 642 Protestanten, 12 Anhänger sonstiger Bekenntnisse und 16 Personen ohne Bekenntnis.

Geislautern ca. 1936
Geislautern ca. 1936

1934:
Eröffnung des Freibades „Ebersbachtal“.

1937:
Am 1. April wurden der Amtsbürgermeisterei Völklingen die Stadtrechte verliehen. Die bis dahin selbständige Gemeinde Geislautern verlor ihre Eigenständigkeit und wurde der neuen Stadt als Stadtteil eingegliedert.

1944:
Im Winter zweite Evakuierung. Zahlreiche Familien sind nicht zum Fortgehn zu bewegen. Als die Amerikaner am 6. Dezember das linke Saarufer besetzen, werden die Bewohner von Geislautern fast ausnahmslos nach Lauterbach verbracht.

1944/45:
die „Schloss-Brauerei-Geislautern“ stellte wegen starker Kriegseinwirkungen den Betrieb ein.

1945:
Der Barockbau der Bergschule (Alt Schloß) wird durch Brand vernichtet.

1953:
Das dritte Geläut – 5 Glocken – wird geweiht.

1954:
Eigentlich liegt sie auf Wehrdener Boden, doch man zählt sie eher Geislautern zu:
Bau der Auferstehungskirche

1961:
Geislautern zählte 4.195 Bewohner.

1964:

Die ev. Kirche von Geislautern (und Wehrden)
Die ev. Kirche von Geislautern (und Wehrden)

Der Pfarrbezirk Wehrden/Geislautern wird innerhalb der „Evangelischen Auferstehungsgemeinde Völklingen“ gegründet.

1966 (Bild: Stadt VK)
1966 (Bild: Stadt VK)

1972:
3946 Einwohner.

1976:
Der Bahnverkehr Saarbrücken-Großrosseln wird eingestellt, der Bahnhof Geislautern geschlossen.

1987:
Schließung des Schwimmbades

1990:
3.622 Einwohner, davon 2.516 Katholiken, 756 Protestanten und 346 Anhänger anderer Bekenntnisse. 188 ausländische Mitbürger lebten in Geislautern.
Noch Heute erinnern Flurnamen wie „Hammergarten“, „Schellenburg“ und „Schlosspark“ an die Zeit der ehemals blühenden Geislauterner Eisenindustrie.

1998:
Geislauterns Bürger demonstrieren gegen die Verkehrsbelastung in der Ludweilerstraße.

Grundschule Geislautern (Bild: Stadt Völklingen)
Grundschule Geislautern (Bild: Stadt Völklingen)

2011:
An der Einmündung des Rotwegs in die Ludweiler Straße wird eine Ampel gebaut. Dies stößt auf massiven Bürgerprotest – diese Bevorzugen einen Kreisel, da die Ampelregelung während der Bauarbeiten ständig mit dem massiven Verkehrsaufkommen überfordert ist.

Die Auferstehungskirche (Foto: Hell)
Die Auferstehungskirche (Foto: Hell)

2012:
Inzwischen bemerkt man, dass sich die Ampelregelung bewährt.

© Tomasz Szablata
© Tomasz Szablata