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Wehrden – Das Fischerdorf an der Saar

Wehrden 1966 (Bild: Stadt VK)
Wehrden 1966 (Bild: Stadt VK)

Der heute nach Ludweiler zweitgrößte Stadtteil Völklingens ist eine der ältesten Siedlungen unserer näheren Heimat. Diese Tatsache lässt sich auf die verkehrsgünstige Lage des Ortes zurückführen. Schon seit den ältesten Zeiten führte eine Straße aus dem Metzer Gebiet durch den Warndt in Wehrden über die Saar nach Völklingen, während eine zweite Straße von Saargemünd über Saarbrücken, Völklingen und Wehrden nach Wadgassen verlief. Die Stelle an der Saar, an der sich später der Ort Wehrden entwickeln sollte, eignete sich besonders gut zur Flußüberführung, weil hier die Rossel durch Geröllaufschüttung in der Saar eine Furt bildete.

Die Bedeutung des Namens „Wehrden“ ist umstritten. Einerseits lässt er sich erklären mit „einer am Berg gelegenen Siedlung“ (vgl. Werdenfels, Wartburg); andererseits spricht vieles für die Bedeutung „werth“ gleich „Insel“ oder „erhöhtes Land im Wasser“, denn genau das entstand ja durch die Aufschüttung der Rossel in der Saar.

Wann nun der Ort Wehrden entstanden ist, kann man heute nicht mehr genau feststellen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus einem Schenkungsbrief des Grafen Simon 2. von Saarbrücken an die Abtei Wadgassen aus dem Jahre 1234<.

1234:
Ersterwähnung des Namens Wehrden in einer lateinischen Urkunde. Der Text lautet übersetzt:
„Im Naaen der heiligen und ungeteilten Dreieinigkeit. Ich, Simon, Graf von Saarbrücken, gebe allen Christgläubigen in diesem offenen Brief bekannt, daß ich zur Verbreitung der Ehre unseres Herrn Jesu Christi und zur Vermehrung der Verehrung seiner Mutter, der glorreichen Jungfrau Maria, aus freiem Entschlusse der Kirche von Wadegozingen (Wadgassen) hundert Metzer Pfund und mein Haus in der Stadt Metz, das ich mit meinem Gelde erworben habe, geschenkt habe, ebenso meinen Besitz in Willingen (Saarwellingen), mit Leuten und allem Zubehör, ebenso meinen Besitz in Listorf mit Leuten und Zubehör, ferner meinen Fischweiher im Allod der erwähnten Kirche bei dem Dorfe, das Hastenbach genannt wird, unterhalb und oberhalb gelegen an den st. Stephansgütern endend bei dem Dorfe, das Wer den genannt wird, alles dies zu ewigem rechtmäßigem Besitz.
Da aber alles Geschehen im Laufe der Zeit dem Dunkel des Vergessens anheimfällt, habe ich, damit es dieser meiner ScheDkung nicht ebenso ergehe, die vorliegende Urkunde aufsetzen lassen, die ich mit meinem Siegel versehe und bekräftigen lasse durch die Siegel meines Bruders, des Praepositus Stephan von Toul, des Waldgrafen Conrad, des Bruders Conrad, Predigers von Trier, und meiner lieben und edlen Männer Johann von Sigersberg (Siersberg), Wilhelm von JSchawenberch (Schaumberg) , Eberhard von der Leyen und des Vogtes Hugo von Hunolstein.
Gegeben im Jahr der Geburt des Herrn 1234 in Gegenwart ausgezeichneter und ehrenwerter Männer.» st. Stephan war der Schutzheilige des Bistums Metz. Stephansgüter sind also Güter im Besitz des Metzer Bistums. (Eltester-Goerz, Urkundenbuch Koblenz 1874 Nr. 517)

1267:
Auch in einer neuerlichen Bestätigung der vorstehenden Schenkung heißt es: » … usque ad bona beat i Stephani prope villam, que dicitur Werde». (L. 486)

1305:
Erwähnung: Hennekin von Werde (L. 854)

1313:
Ersterwähnung der Wehrdener Fähre. Sie bestand aus einer Ponte und einem Nachen, die Einkünfte gingen an den Grafen von Saarbrücken. Der Kreuzungspunkt zweier wichtiger Straßen in Wehrden sowie die Tatsache, dass die gesamte Saar ohne Brücke war – die erste Saarbrücke wurde 1594 in Saarbrücken gebaut -, verliehen dieser Fähre ihre überaus große Bedeutung. Die Anlegestelle befand sich zwischen der Rosselmündung und dem ehemaligen Anwesen Trockle in der Saarstraße, auf das die Hostenbacher Straße stößt, die damalige Hauptstraße von Wehrden.

1329:
Martin von Werde unter den Zeugen einer Schlichtungsurkunde zwischen Leuten aus Badenbach und dem Kloster Wadgassen um drei Waldstücke auf Lisdorfer Bann. (L. 1187)

1346:
»Konrad von Rymelfangen (Rammelfangen) , Edelknecht, verkauft an Johann den Schultheißen von Saarbrücken und dessen Hausfrau seine Halbe, Gülten und Zinsen zu Wehrden und in dem Habe zu Folcklingen um 8 Pfund Tornes». (LII. S.14)

1354:
Eine Geleitstraße kommt von Wadgassen und führt über Hastenbach – Wehrden (Fähre) – Völklingen – nach Saarbrücken. (Siehe Völklingen 1354)

1362:
Werden wiederum die Erträge des Schiffes zu Werden erwähnt. (L. 1678)

1381:
Herr Bertrand von Hunborc (Homburg) im Besitz der Fischerei von Werde. (L. 1921)

1422:
Ein Weistum von Wadgassen beschäftigt sich mit dem Fährschiff zu Wehrden (Übertragung ins Neuhochdeutsche):
»Wenn ferner zu Werden an der Überfahrt ein Schiff gebraucht wird und gebaut werden soll, so soll der Werkmann meines Herrn (d.Sbr.Grafen) den Wadtgasser Werkmann mitnehmen und in den Spurk gehn (Wald b.Wadgassen), dort einen guten Baum suchen zu einem Schiffsmast und ihn niederwerfen. Bricht der Baum beim Fallen, oder wird er sonstwie nicht gut, so sollen sie einen andern hauen, und das so lange, biß sie einen guten Mast haben. Wenn der Mast gemacht wird, soll mein Herr ihn von Wadgassen an die Stelle bringen lassen, an der das Schiff gebaut wird. Bringt er ihn ganz hin, ist es gut. Wird er aber zerbrochen, so ist der Abt schuldig, auf seine Kosten einen anderen Mast zu schicken.
Wenn das Schiff gebaut ist, soll der Abt von Wadgassen seinen Schmied hinschicken und das Schiff an den vier Ecken beschlagen lassen. Ist es wohl beschlagen, dann mögen sie das Eisen von den Ecken des alten Schiffes abbrechen. Das alte Schiff gehört der Gemeinde. So soll der Abt das Schiff beschlagen halten.
Sollte das Fährschiff einmal abtreiben, so sollen die Fährleute ihre Werdener Nachbarn mitnehmen und dem Schiff nachlaufen. Mein Herr soll sie dann in seinem Kloster beköstigen und jedem zwei Mutschen Brot in den Schoß legen.
Benötigt man Seile, das Schiff wieder flußaufwärts zu fahren, so soll mein Herr von Wadgassen seine Seile dazu leihen. Hat er keine Seile, so soll er die Glockenseile nehmen und die dazu herleihen und die Glocken auf dem Turm läuten, bis die Seile wiederkommen.
Ferner schuldet der Abt dem Fährmann zu Werden zu st. Martins-Nacht einen Sester Wein, einen Sester Brot, zwei Paar Schuhe, ein Paar Handschuhe und einen Preßkäse. Dafür ist die Fähre verpflichtet, einen Wagen Oberzusetzen, der Wein’zum Konvent bringt. Kann der Wagen nicht genug Wein zum Konvent bringen und kommt deshalb der Spittelwagen (Wagen des Wadgasser Spitals), Wein zum Konvent zu bringen, so soll man den auch Obersetzen. Kommt der Wagen von Wadgassen herauf, so schuldet er jedem der beiden Fährleute zwei Mutschen.“ 1 Sester Wein = 15 Liter, 1 Sester Brot = Brot aus 15 Litern Getreide. Ein Mutsch scheint eine Art Weck zu sein. An anderer Stelle wird gesagt, daß ein Laib Brot etwa einem Doppelmutsch gleich geachtet werde. (W. Franz Josef Trenz, Die Prämonstratenser Abtei Wadgassen zur Zeit der französischen Herrschaft von 1766 bis zur Auflösung 1792. Averbode 1961 S. 63) Den Namen Mutzenbecker gibt es an der Saar noch heute.

1428:
Für Johann von Crichingen bedeutete die Wehrdener Fähre den Zugang zu seiner Püttlinger Herrschaft. In diesem Jahr wird ein Streit zwischen dem Crichinger und Graf Philipp I. von Saarbrücken um Fähre und Fischerei von Wehrden mit einem Vergleich beendet.

1430:
Lothringer, die sich im Krieg mit Saarbrücken befanden, zerstörten die Fähre. Jahrelang war keine Überfahrt mehr möglich.

1434:
Gegen Lieferung von Naturalien durfte Johann von Crichingen die Wehrdener Fähre benutzen. Für ihn bedeutete sie den Zugang zu seiner Püttlinger Herrschaft:

Erneute schriftliche Vereinbarung zwischen der Gräfin Elisabeth von Saarbrücken und Johann von Crichingen, dem Herrn von Püttlingen, wegen des Saarüberganges bei Wehrden. Es heißt darin:
Wegen der Fähre bei Wehrden ist beredt, daß die Fährleute die Amtsleute, Knechte und Diener, Boten und Hausgesind sowie die Hauswagen zu Püttlingen, die Johann von Crichingen gehören, übersetzen sollen. Dafür soll er ihnen jährlich in seinem Schlosse zu Püttlingen 1 Malter Korn, drei Ohm Wein, 60 Mutschen Brot, ein viertel Schwein oder einen Braten im Wert von 5 Schillingen geben. Die Dorfleute, die ihm, Johann von Crichingen Schafft, Zins, Landrecht usw. bringen, sollen dem Fährmann von jedem Wagen, der mit der Stange übergesetzt wird, 6 Pfennige geben, und 8 Pfennige, wenn mit dem Ruder gefahren wird. Die Wagen, die den Zehnten fahren, geben dem Fährmann einen Schilling.
Bei normalem oder niedrigem Wasser wurde die Fähre mit der Stange gedrückt, bei höherem Wasser mußte gerudert werden. (XL. S.12)

Um 1450:
Der Völklinger Hof erwarb die Fähre und verpachtete sie gegen die jährliche Zahlung eines Batzens. Die Fähre blieb bis 1799 im Besitz des Hofes.

1503:
Die Pest in der Völklinger Gegend.

1518:
Das Jahrgeding von Völklingen erwähnt, dass Wehrden und Geislautern. im Verlauf einer Fehde niedergebrannt wurden.

Bis zu diesem Jahr verfügte der Völklinger Hof über eine eigene Hochgerichtsbarkeit, die der Vogt nicht nur über die Dörfer des Hofes, sondern auch über Hostenbach, Werbeln, Schaffhausen, Spurk und den Warndt ausübte. Todeskandidaten aus den letztgenannten Orten wurden auf dem Wehrdener Galgenberg hingerichtet, während der Galgen für die Bewohner des Völklinger Hofes, also auch für die Wehrdener selbst, in Völklingen stand.

1524:
Das Jahrgeding von Völklingen nennt 8 Haushaltungen in Wehrden.

1542:
Die Türkeneinschatzung, liefert und die ersten aufschlussreichen Statistiken über Bevölkerungszahl, Berufsgruppen und Vermögensverhältnisse. Wehrden zählte 13 Haushalte mit etwa 60 Menschen.

1549:
Erwähnung einer herrschaftlichen Mühle am linken Rosselufer, auf der die Bewohner Wehrdens, Geislauterns und Fürstenhausens mahlen lassen mussten. Später ging die Mühle in den Besitz der Familie Quirin über. 1918 wurde ihr betrieb eingestellt, die Gebäude werden vom Sägewerk Riewer übernommen. Vor dem Dreißigjährigen Krieg existierte in Wehrden eine Kupferhütte im bereich der heutigen Autobahnbrücke zwischen der Rossel und der Ludweilerstraße. Nach dem Krieg lag die Geislauterner Hütte still.

1572:
Bauern des Völklinger Hofes weigerten sich, dem Saarbrücker Grafen Frondienste für den Bau des Homburger Schlosses zu leisten.

Bei den Bauern des Völklinger Hofes sind auch 12 Wehrdener: Stephan, Clauß, Mathiß, Conradt vonwegen seines Vaters Endres Thüringe, Hans Fischer, Klein Dietherich, Hans Weber, Graden Hans Peter, Wolf Becker, Endres Schmidt, Nikolaus Türinger. (XL. S.8)

1575:
Beim Jahrgeding vor dem Saarbrücker Rathaus sind unter den Völklinger Gerichtsleuten: Kuns Hannes von Wehrden als „gelehnter Schöffe“ und Hans Durner als „Fürsprecher“.

1602:
Graf Ludwig von Saarbrücken kauft die Wehrdener Mühle an sein Haus zurück. (XL. S.8)

um 1615:
Es verzeichnet die Fergersche Warndtkarte in Wehrden eine Kupperhütt. Nun klagt ein Völklinger Kirchengericht, daß die Kupferherren in Wehrden mit ihrem Gesinde „groß Ärgernis anrichten, weil sie gemeiniglich auf die Feyertag und Bettag unter der Predigt arbeiten, auch wohl auf den dominicalibus festis (Sonntagen) so gantz feyerlich gehalten werden.“ Dort sollen auch noch die verbotenen Pfingst- und Sonntagstänze abgehalten werden (XLII. S.48)
Die Kupferhütte stand zwischen der Straße nach Geislautern und der Rossel.

1618-1648:
Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde das Gebiet des Völklinger Hofes verwüstet und entvölkert.

um 1620:
wird „die Schafbach, gewöhnlich Heller oder hermischhauser Kopf genannt“, zu Wehrden als Jagdgebiet des Wadgasser Abts erwähnt. Gemeint ist der Hallerkopf. Hier findet sich eine Erinnerung an das untergegangene Dorf Hermannshausen. (siehe Fürstenhausen!)

1635:
Nach dem Einfall des kaiserlichen Feldherrn Gallas in die Grafschaft Saarbrücken zog der Saarbrücker Rentmeister Klicker eine traurige Bilanz: 8 oder 9 Untertanen gab es noch. Zum vergleich: 1628 lebten im Völklinger Hof 68 Menschen.

1638:
Bannbeschreibung Wehrden. Der Bann grenzt an Fürstenhausen, Geislautern, den Warndt, Werbeln, Schaffhausen und Hostenbach. Er umfaßt 630 Morgen Gemeindewaldungen, 782 Morgen Äcker und Wiesen und 60 Rothecken. (s.Namen!) Einkünfte der Gemeinde: Gemeindeholz und Einstandsgelder neu Zuziehender. Ein Zuziehender, der auf dem Wehrdener Bann sitzt, zahlt mit seiner Frau 15 Albus, ein halbeinheimisches Ehepaar ohne Land zahlt 1 Gulden 2 Albus, fremde Eheleute entrichten 2 Gulden und Hintersassen (Unbegüterte) jährlich 1 Gulden, 15 Albus. (XL. S.8)

1640:
Auf der Fergerschen Warndtkarte ist Wehrden eingetragen unter „Zollwerde“, womit gesagt sein soll, daß hier Fährzoll zu entrichten ist. Ausgenommen sind nur Reisen unter gräflichem Geleit, die ihre Abgabe mit der Abgabe für den Geleitschutz entrichten. In Urkunden, die sich mit dem Geleit befassen, wird Wehrden daher immer als „Freifahr“ angeührt.
Im Verlauf des 30jährigen Krieges suchen spanische, französische und kaiserliche Truppen die Saar heim. In Wehrden und Umgegend liegt zeitweise Rittmeister Horion mit 4 Kompanien. Für jede Kompanie zu Pferd müssen wöchentlich von der Bevölkerung aufgebracht werden: 636 Gulden, für jede Fußkompanie 941 Gulden 10 Kreuzer, dazu Dienstleistungen und Verpflegung.

1648:
Der Westfälische Friede beendet den 30jährigen Krieg – Die Wehrdener Kupferhütte liegt still. (XLII. S. 54)

ab 1660:
Wieder Zunahme der Bevölkerung, vor allem durch Neuansiedler. In den folgenden Jahrzehnten bildeten die katholischen Bewohner Wehrdens die Mehrheit, obwohl die Grafschaft Saarbrücken seit 1575 protestantisch war.

1680:
Wehrden und Fürstenhausen je 5 Familien. Völklingen 12 Familien.

1684:
Wehrden zählte 46 Katholiken innerhalb der Pfarrei Völklingen.

1701-13:
Spanischer Erbfolgekrieg. Die Franzosen bauen bei Wehrden eine Holzbrücke über die Saar. Sie ist 1731 noch vorhanden aber dem Verfall nahe. (LVIII. S.19)
Treiber sammeln sich in Völklingen zur Jagd auf Wölfe bei Derlen (LIX. S.123)

1729:
Der Graf von Saarbrücken errichtet in Hostenbach eine zweite Zollstation. „damit diejenigen. so etwa den Werther oder andere Zälle defraudieret. zu dessen Entrichtung annoch in den Clösterlichen Dorfschaften angehalten werden können.“ (XL. S.8)

1730:
19 Familien in Wehrden.

1730-35:
In der „Specification derer Stätte, Dorffschaften, Bürger und Unterthanen, auch Höff und Mühlen in der Grafschaft Saarbrücken“ wird Wehrden mit 19 Untertanen (= 19 Familien) aufgeführt.

Die Fähre wird von der Regierung gestellt, die auch das Fährgeld einzieht. Die Brücke aus der Franzosenzeit ist nicht mehr brauchbar. (LVII S.226)

1739:
Die lutherischen Kinder besuchen eine Schule in Fürstenhausen.

1740:
Die Wehrdener Fähre ist von der gräflichen Herrschaft an den Völklinger Hof abgegeben worden, der sie künftig versteigert. (LVIII. S.175)

1744:
„Criminalistischer Prozeß gegen Servais Beaupan von Werde, so allhier (in Wadgassen) enthauptet worden.“ (LIX. S.139)

um 1750:
Kammerrat Lex berichtete: Der Wehrdener Bann umfasste etwa 2500 Morgen. Alle Wehrdener Untertanen des Saarbrücker Fürsten waren leibeigen. Man zählte 26 fronbare Gemeinsmänner und 2 Witwen, 5 Familien waren lutherisch, 1 reformiert, der Rest katholisch. 27 Häuser waren mit Stroh, und 10 mit Ziegeln gedeckt.
Der katholische Schulmeister wohnet zwar als Gemansmann in Völklingen, hält aber seine Schule in seinem Hause, teils jenseits der Saar zu Wehrden.
Schließlich hat der gesamte Völklinger Hof eine Fähre bei Wehrden, allwo Wagen und Pferde sowohl als Fußgänger in Pontons und Nachen über die Saar transportiert werden. Das Fahrgeld geht aber meistens zur Unterhaltung des Färgers (Fährmanns).

1753:
streit zwischen Fürst Wilhelm Heinrich von Saarbrücken und der Abtei Wadgassen um Fähre und Fischerei zu Wehrden. Der Fürst nimmt dem Kloster die Fähre weg. Auf Grund eines Urteils des Reichskammergerichts vom 24.5.1755 und eines 1759 erfolgten Vergleichs muß der Fürst dem Kloster 100 rheinische Gulden für eine neue Fähre zahlen und ihm obendrein die Fischerei auf Wehrdener und Völklinger Bann überlassen. (XL. S.10)

1756:
Amtmann Lex: Zur Meierei Völklingen gehörten die Dörfer Wehrden, Fürstenhausen, Geislautern und Knausholz.

1759:
„wird die Fischerey in der Saar auf dem Völklinger und Wehrder Bann dem Closter (Wadgassen) fernerhin, wie bis dahero, und zwar privative überlassen.“

1763:
Fürst Wilhelm Heinrich von Saarbrücken plante den Bau einer Steinbrücke von Wehrden nach Völklingen mit vier Brückenbogen. Der Plan kam jedoch nicht zur Ausführung.

1766:
In einem Abkommen mit der französischen Krone tauscht Fürst Wilhelm Heinrich von Saarbrücken mit Frankreich Besitzungen aus. Er überläßt Frankreich den Wadgasser Besitz mit Wadgassssen, Hostenbach, Schaffhausen und Werbeln. Damit wird die Nordgrenze des Wehrdener Bannes (Rittersbach und Anwandsweg) vorübergehend deutsch-französische Grenze.
Einige der damals gesetzten Grenzsteine stehen noch heute. Sie zeigen auf der Wehrdener Seite die Wolfsangel, das Grenzzeichen der Saarbrücker Herrschaft, und die Buchstaben NS = Nassau-Saarbrücken. Auf der gegenüberliegenden Seite zeigen die Steine die Bourbonen-Linie.
Die Wappenzeich en wurden im Verlauf der Franz. Revolution weitgehend zerstört, blieben jedoch am Werbelner Hang schön erhalten. Der Stein trägt die Jahreszahl 1769.

1793:
Französische Revolutionstruppen besetzten die Grafschaft Saarbrücken. Fürst Ludwig musste flüchten, was gleichzeitig auch das Ende der Grafschaft bedeutete.

1797:
Wehrden kommt mit der Grafschaft Saarbrücken an Frankreich. Es wird dem Kanton st. Arnual im Arrondissement Saarbrücken zugeteilt und gehört so zum Mosel-Departement (XL. S.10)

um 1800:
Wehrden zählte 34 Haushaltungen mit 199 Einwohnern, die fast alle von der Landwirtschaft lebten. 1804 gibt es 199 Einwohner in Wehrden.

1808:
An der Saar, vermutlich Ecke Saarstraße-Hostenbacher Straße, entstand eine Schiffszimmerei. (LVII. S.265)

1814:
Im Ersten Pariser Frieden wurde bestimmt, dass Saarlouis und Saarbrücken, und damit auch Wehrden französisch blieben.

1815:
Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo wurde im Zweiten Pariser Frieden vereinbart, dass Saarlouis und Saarbrücken der preußischen Rheinprovinz zugeteilt wurden. Damit kam die Gemeinde Wehrden als Teil der Bürgermeisterei Völklingen zum Kreis Saarbrücken.

1818:
Die preußische Regierung ordnet/Streifzüge gegen Vagabunden und Gesindel an. Wehrden meldet unterm 21. Februar:
Da ich die Ehre hab sie zu Benachrichtigungen das Mir Bürger der gemeinte Wehrden die fisitagen und streifung gäsdern als den 20ten Richtig gemacht haben.Von Morgens 7 Uhr an Bies Nacht und haben nichts angetrof en und Nichts gefunden. G.Hermann.“

1820:
Oie erste Dampflok des europäischen Festlandes trifft auf dem Wasserweg nach 3 Monaten Fahrt in Wehrden ein. Sie kommt auf dem Wasserweg von Berlin, wo sie hergestellt wurde, weil englische Maschinen zu teuer waren. Gewicht 160 Zentner. Sie soll nach Zusammenbau laufen auf dem Friederiken-Schienenweg von der Grube Bauernwald durchs Frommersbachtal zur Saar. (Weiteres siehe Geislautern) (LVIII. S.73)

1820:
Wehrden zählte 400 Einwohner.

Sehr große Hungersnot aufgrund der schlechten Lebensbedingungen. Ein sehr geringes Angebot an Arbeitsplätzen ( in Wehrden die Mühle Quirin 3 Arbeiter, eine Schiffszimmerei und die Fähre). Eine Reihe von Familien wanderte aus wirtschaftlicher Not aus.

1822:
Wehrden zählte 476 Einwohner. (Stadtführer S.15)

1825:
Nach einer Aufstellung verfügt vom Landrat Dern waren nur 5 Familien des Ortes wohlhabend. Etwa 90% der Wehrdener Bevölkerung konnte sich mehr schlecht als recht von ihrer landwirtschaftlichen Produktion ernähren. Der karge Sandboden, das für die Landwirtschaft recht schwierige hügelige Gelände und die zum Teil weit auseinander liegenden Grundstücke erschwerten zudem die Arbeit auf dem Felde.

1829:
Vorsteher Hermann von Wehrden an den Völklinger Bürgermeister „Der Caspar Köstenbach Von dahier ist Erneut gütungt (gedingt) als pollyzey und Nachtwächter Vor die gemeinte Wehrden. Dafür Erhält der Selbe Von einem jeten Bürger Elf Mäsger Frucht, heißt das halb Korn und halb gärst Vor das Jahr 1829“
– Für die 95 schulpflichtigen Kinder von Wehrden, die bisher nach Völklinen zur Schule gehn, soll eine katholische Schule gebaut werden. (XLII. S.145)
Der Wehrdener Saarstollen oder Kanalstollen wird in Angriff genommen. Er soll die Geislauterner Kohle direkt zum Verladeplatz an der Saar bringen. Da jedoch die Geislauterner Eisenhütte und Lothringen als Abnehmer überwiegen, wird der Stollen (an der Ludweilerstraße) 1904 wieder aufgegeben.

1830:
Die Wehrdener Georg Hermann und Johannes Köhler an den Bürgermeister von Völklingen:
»Sie ihr Wohlgeboren zum Bericht, das Wir den Caspar Köstenbach dahier noch Mahl auf das nei angenommen und getüngt haben für Nachtwächter und pollizei der gemeinte Wehrden für das Jahr 1830. Dafür ist dem Köstenbach Ein gehalt Versprochen Vor obigen gesagte Nachtwächter und pollizei Rechtschaffen zu versehen Eine Suma Geld von zehen Sechs Thaler.» –
Anfang September des Jahres kommt der preußische Prinz Wilhelm durch Völklingen und Wehrden. Für Wehrden wird angeordnet:
Im Dorfe Wehrden sollte der Weg nicht allein ausgebessert, sondern auch frei und rein gehalten werden, damit er besonders an den Stellen, wo er schmal sei und an Häusern vorbeiziehe (in der unteren Schaffhauser Straße), kein Hindernis abwerfe. Ferner sei zu sorgen, daß auf den Gehöften und Plätzen von den Häusern alles ein wenig ordentlich arrangiert sei und nicht durch Unordnung und Unsauberkeit die Durchreisenden eine üble Idee von den Einwohnern bekämen.
An der Brücke im Orte Wehrden selbst (wo der Lennegraben oder das Floß die Schaffhauser Straße querte) sollte erstens wegen ihrer Solidität eine genaue Untersuchung gemacht und das Nötige gleich verbessert werden, dann sollte das Geländer gut versorgt und auf beiden Seiten der Brücke, besonders aber diesseits mit kräftigen Stangen die Flügel verlängert werden, damit kein Pferd oder dergleichen neben die Brücke Kommen könne …. Desgleichen sollte den Wehrdener Berg hinauf und auf der Ebnung, sowie jenseits des Hügels hinunter bis an die Grenzbrücke des Kreises Saarlouis (Rittersbach) der Weg auch repariert werden. (XLII. S.97ff)
»Wehrden, ein Dorf an der Saar, mit 1 Mühle, 59 Feuerstellen, 433 Einwohnern. Hier werden Flußschiffe von allen Gattungen gebaut». (Restorff S.948)

1833:
Im August meldet der Völklinger Bürgermeister an den Landrat: „Das Schulhaus von Wehrden ist aufgeschlagen und wird die kommende Woche unter Dach kommen.“

Wehrden hat 428 kath. Einwohner, 93 Schulkinder zw. 5 und 14 Jahren in 1 Klasse. Der erste Lehrer ist der Schulamts kandidat Johann Mertens aus Weiskirchen.

1834:
Wehrden zählte 55 Häuser mit 482 Einwohnern.
Die Schaffhauser Straße wurde neu angelegt.

1839:
Wehrden und Geislautern erbauten ein Gemeinsames Schulhaus in der Ludweilerstraße für ihre evangelischen Schulkinder.

1840:
Wehrden zählt 565 Katholiken und 122 Protestanten, also 687 Einwohner. (XLII. S. 164)

1843:
Eine Schöffenratssitzung in Völklingen beschließt den Bau einer neuen kath. Kirche, zu der die ganze Pfarrei, also auch Wehrden, Geislautern, Fürstenhausen und KlarenthaI beisteuern sollen. Die Wehrdener Schöffen stimmen dagegen. Sie wollen an den König ein Gesuch richten und die Erlaubnis erbitten, für Wehrden und Geislautern eine gemeinsame Kirche zu errichten. Der Plan wird jedoch abgelehnt, und Wehrden muß zum Kirchenneubau 3803 Taler und 5 Silbergroschen beitragen.
Es gibt in Wehrden 6 Wirtschaften. 8 Einheimische stehen auf der Säuferliste und haben keinen Zutritt zu Gasthäusern.

1849:
Wehrden hat 665 Einwohner, 545 Katholiken und 120 Protestanten. Die Wehrdener Schule zählt 80 kath. Kinder mit 1 Lehrer und 26 ev. Kinder mit 1 Lehrer (XLII. S. 148)

1858:
Wehrden und Fürstenhausen erhielten jeweils eine Druckfeuerspritze der Firma Joseph Beduwe aus Aachen. In Wehrden existiert also bereits eine Feuerlöschtruppe. (XIX)

1860:
Die Einwohnerzahl betrug 653 Einwohner.

1865:
Landrat von Gaertner regte Bürgermeister Kühlwein an eine Brücke über die Saar zu bauen.

1867:
Der Bau der Brücke wurde bewilligt.

Bis 1869 Bau der Wehrdener Brücke. Die Kosten tragen Völklingen, Wehrden und Geislautern. Die Quader der Pfeiler stammen aus Landstuhl, der Kohlensandstein der Grundmauern aus Geislautern, das Gesims besteht aus Niedermendiger Basaltstein. Den 350 000 Zentner schweren Oberbau der Brücke liefert ein Unternehmen aus Pforzheim. Die Maße der Brücke: Länge 86 m, Breite 7,22 m, Fahrbahnbreite 5,02 m. Zu den Kosten lieferte die Regierung einen Zuschuß von 6.500 Talern.

1869:
Am ersten Januar wurde die neue Brücke eingeweiht und dem öffentlichen Verkehr übergeben. Gleichzeitig stellte die Fähre ihren Dienst ein.
Sie war 91 m lang und 8 m breit. Ihre Fahrbahndecke bestand aus Holzpflaster. Besonders ungewöhnlich war die Begrenzung der Brücke auf beiden Seiten durch eine 2 m hohe Eisenkonstruktion. Neben der Brücke stand das sog. Brückenhäuschen mit Brückenschranke.
Wer damals die Brücke überqueren wollte musste beim „Brückenschorsch“ das Brückengeld entrichten. So zahlte z.B. ein Fußgänger ein Wegegeld von 2 Pfennig; für ein leeres Fuhrwerk mussten 10 Pfennig und für ein beladenes 20 Pfennig entrichtet werden.

1873:
Bau einer Kapelle in Wehrden im Bereich der heutigen Ludweilerstraße. Wehrden zählt 715 Einwohner.

1875:
Wehrden, das bisher seine Toten auf dem Völklinger Friedhof beerdigte, erhält einen eigenen Friedhof.

1875-1879:
Im Zuge der Saarkanalisierung von Luisenthal bis Ensdorf wurden in Wehrden die Schleuse und das Nadelwehr erbaut.

1879:
Die Saar ist bis Ensdorf fertig kanalisiert.
Vor der Kanalisation durfte die Schiffsbelastung keine 50 t erreichen. Jetzt sind zunächst 200 t, später 280 t Last zugelassen. Die Saarkanalisierung wurde 1806 unter Napoleon I. begonnen. Die erste Etappe reichte nur bis Saarbrücken.
Zwischen Völklingen und Wehrden ist die Saar durch ein Wehr gestaut, das die Schiffe durch Kanal und Schleuse umgehen können.

Wehrden hat 2 kath. Schulklassen mit 135 Kindern und 1 ev. Klasse mit 57 Kindern.

Das stillgelegte Völklinger Eisenwerk geht in den Besitz der Gebürder Röchling über.

1881:
Carl Röchling erwarb die 1873 gegründete, und heute stillgelegte Völklinger Eisenhütte. Mit dem raschen Aufschwung der Hütte siedelten sich auch viele Arbeiter in Wehrden an.

1890:
2383 Einwohner

1894:
Das Schulhaus in der Schulstraße wurde errichtet

1898/99:
Bau der Wehrdener Pfarrkirche „St. Josef“, die am 9. Mai 1903 eingeweiht wurde.

1903:
9. Mai, Weihe der st.Josefskirche durch den Bischof Michael Felix Korum.

1904:
Der Kanalstollen, der die Kohle in von Pferden gezogenen Wagen förderte, wird stillgelegt.

1905:
Wehrden zählte 4.706 Einwohner

Grabenstraße 1905
Grabenstraße 1905

1906:
Wehrden wurde zur selbständigen Pfarrei erhoben.

1907:
Bau der Rosselbrücke beim Sägewerk Prudlo.
Bau der Straßenbahnlinie Völklingen – Wehrden – Großrosseln.

1908:
Fertigstellung der Eisenbahnstrecke – Fürstenhausen – Wehrden – Hostenbach. Zum Bau des Tunnels wurden hauptsächlich italienische Gastarbeiter eingesetzt, die zum größten Teil in Holzbaracken im Haller wohnten. Wehrden erhielt daher damals den Beinamen „Klein-Italien“.
Bericht aus der „Völklinger Zeitung“: „Wehrden kann mit Stolz auf die letzten Jahre zurückblicken, da der Ort durch Schulbauten, Warenhausbauten, Pflasterungen der Wege, Umbau der Rosselbrücke und nun durch die Wasserversorgung in wirtschaftlicher sowie verkehrs- und hygienischer Beziehung bedeutende Fortschritte zu verzeichnen hat. Wie wir hörten sollen auch sämtliche Straßen im Orte Wehrden mit Pflaster und Trottoir ausgebaut und mit elektrischem Licht versehen werden, so daß es nun bald heißen wird: Völklingen bei Wehrden anstatt Wehrden bei Völklingen.“

1909:
Am 3. September wurde die Straßenbahnlinie Völklingen – Wehrden – Geislautern – Großrosseln bzw. Ludweiler in Betrieb genommen.

1910:
Das Schulhaus in der Kleinen Bergstraße wurde errichtet.
5.407 Einwohner

Schaffhauserstraße 1912
Schaffhauserstraße 1912

1913:
Die Röchling’schen Eisenwerke Völklingen bauten in Wehrden ein Kraftwerk zur Eigenversorgung. Es war zunächst mit 6 Dampfkesseln ausgestattet, in den Jahren 1916 bis 1919 kamen 8 weitere hinzu.

1914:
Der erste Weltkrieg begann. Er beendete die schnelle Aufwärtsentwicklung Wehrdens vorerst. Die Wehrdener Schulchronik berichtet:
„Aus allen Häusern ertönen vaterländische Gesänge. Auch die eingezogenen Wehrdener ziehen, die Wacht am Rhein singend, durch die Straßen. Helle Zuversicht strahlt aus ihren Augen.“ Die Wirklichkeit sah jedoch anders aus. Bereits nach den ersten ernsthaften Gefechten kamen ganze Schiffsladungen mit verwundeten Franzosen aber auch Deutschen an der Wehrdener Schleuse an. Dort versorgte man sie zunächst notdürftig in Zelten. Danach wurden sie mit Kutschen und Autos ins Völklinger Bergmannslazarett gebracht.

1915:
Viele Soldatenfrauen stellten Unterstützungsanträge; es musste ein Heldenfriedhof für die ersten gefallenen Wehrdener Soldaten angelegt werden. Je länger der Krieg dauerte desto größer wurde die Not.
Das Brot wurde rationiert, Mehl durch Kartoffelzusatz gestreckt. Eine schlechte Kartoffelernte brachte 1916/17 den sog. „Kohlrübenwinter“.

1917:
Im April mußte die Brotration auf 170 Gramm je Kopf und Tag, die Kartoffelzuteilung auf 5 Pfund je Kopf und Woche herabgesetzt werden. Die Versorgung an Nahrungsmitteln war katastrophal.
3 Glocken müssen abgeliefert werden.

1914-1918:
Die Waldsiedlung entstand. Ein Projekt der Baugenossenschaft 04

Blick auf Wehrden 1920
Blick auf Wehrden 1920

1922:
In Wehrden lebten 6.049 Menschen.
Drei neue Glocken werden geweihnt.

1926:
6.418 Einwohner.

1933:
Die Autobuslinie Völklingen-Wehrden-Schaffhausen-Wadgassen-Differten ging in betrieb.

1935:
Wehrden zählte 6.283 Einwohner.

1936-38:
Die sog. Vogelsiedlung wurde oberhalb des Friedhofes gebaut.

1937:
Am 1. April wurden der Amtsbürgermeisterei Völklingen die Stadtrechte verliehen. Die bis dahin selbständige Gemeinde Wehrden verlor ihre Eigenständigkeit und wurde der neuen Stadt als Stadtteil eingegliedert.

1939:
Erste Evakuierung im 2. Weltkrieg.

1941:
Die ev. Gemeinde erwirbt einen stillgelegten Zechensaal am Saarstollen als Betsaal.

1942:
Nach dem ersten Bombenangriff auf das Saarland im Juli 1942 wurden überall die Flakstellungen besetzt, so auch auf dem Wehrdener Berg (Hoheberg). Die Tagesstrecken der ehemaligen Grube Geislautern wurden von der Bevölkerung als Luftschutzräume benutzt.
Es müssen erneut, dieses mal zwei, Glocken abgeliefert werden.

1944:
Am 11. Mai erfolgte ein direkter Bombenangriff auf Wehrden:
Besonders betroffen davon waren der Haller und der Bereich des Brückenkopfes. 16 Häuser wurden total zerstört und 55 Häuser schwer beschädigt. 24 Tote gab es zu beklagen. Auch der Betsaal der ev. Gemeinde wird zerstört.
Die Wehrdener Brücke wird aus strategischen Gründen gesprengt.

Blick von Völklingen nach Wehrden.
Blick von Völklingen nach Wehrden.

Der 2. Angriff war am 5. Oktober:
Es wurden gezählt: 9 Brandbomben und 2 Bombeneinschläge an der Bahnböschung. Die Dächer in Bruchwiesen-, Lorenz-, Graben-, Saar-, Schul- und Hostenbacher Straße waren alle beschädigt. Im ganzen Stadtteil waren eine große Anzahl Scheiben an Geschäften und Privathäusern zertrümmert.

Quelle: http://www.flugzeugabstuerze-saarland.de/html/body_luftangriffe.html
Quelle: http://www.flugzeugabstuerze-saarland.de/html/body_luftangriffe.html

1947:
Wehrden zählte 5.512 Einwohner.
Am 28./29. Dezember wurde mit 9,12 m (normal: 2,12m) der höchste Pegelstand der Saar bei Hochwasser gemessen. Der „Brückenkopf“, der Marktplatz und die Saarstraße waren überflutet.

1948/49:
Neubau der zerstörten Saarbrücke. Man errichtete eine Blechträgerbrücke mit aufbetonierter Fahrbahndecke. Ihre Gesamtspannweite beträgt 85,70m bei einer Breite von 11,60 m.

1950:
Die Wohnungsnot erforderte ein gezieltes Neubauprogramm. In den Jahren 1950 bis 1954 entstand die „Kettlersiedlung“
1952 bis 1953 die Schwalbenstraße
Die alte Schleusenbrücke, die sich an die Blechträgerbrücke anschloss erwies sich als Verkehrsengpass. Ein neuer Brückenteil wurde gebaut. Er fügte sich mit einer Spannweiter von 36 m nahtlos an den ersten Teil an.

1953:
Grundsteinlegung zur neuen ev. Auferstehungskirche in der Ludweilerstraße am 3. Mai.

Die ev. Kirche von Geislautern (und Wehrden)
Die ev. Kirche von Geislautern (und Wehrden)

1954:
4 neue Glocken in St. Josef.
4. Febr. Einweihung der neuen ev. Auferstehungskirche in der Ludweilerstraße auf dem Gelände des alten Friedhofs.

St. Josef; 1954 (Bild: Stadt Völklingen).
St. Josef; 1954 (Bild: Stadt Völklingen).
St. Josef; 1954 (Bild: Stadt Völklingen).
St. Josef; 1954 (Bild: Stadt Völklingen).

1955:
In Wehrden wohnten 6.440 Menschen

ab 1956-62:
wurden im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues auf dem Wehrdener Berg 400 Wohnungen erstellt, davon 200 in fünf neungeschossigen Hochhäusern

1959:
Die Straßenbahnlinie Völklingen-Wehrden-Geislautern-Großrosseln wurde stillgelegt.

1963:
Wehrden zählte 7.622 Einwohner.

1964:
Der Pfarrbezirk Wehrden/Geislautern wird innerhalb der „Evangelischen Auferstehungsgemeinde Völklingen“ gegründet. Gleichzeitig erhält die bereits ’54 gebaute Auferstehungskirche ihren Turm.

Am 30. September erfolgte die Grundsteinlegung für die neue katholische Kirche „St. Hedwig“ auf dem Wehrdener Berg.

1965:
19. Dez. Einweihung von St. Hedwig.

1967:
Bau der neuen Hallerbrücke.
Ausbau der B406 von Fürstenhausen bis Wadgassen und damit verbunden der Bau der Rosseltalbrücke.

1967-1970:
Das alte Wehr an der Saar wurde durch ein vollelektronisches Klappenwehr ersetzt.

1968:
„St. Hedwig“ wurde selbständige Gemeinde.
Beginn der Erschließung der Gemarkung „Rittersbach“ durch die Baugenossenschaft 04.

1970:
In Wehrden lebten 7.112 Einwohner.
Der „Vorderste Berg“ wurde als Gewerbegebiet erschlossen.
Fertigstellung der Überbrückung des Rosseltals durch die neue Autobahnbrücke. Die Brücke ist 600 m lang.

1970/71:
erfolgte der Bau von drei Hochhäusern in der Gemarkung „Zum Rauenhübel“.

Wehrden an der Saar 1971 (Bild: Stadt VK)
Wehrden an der Saar 1971 (Bild: Stadt VK)

1972:
Die Rosseltalbrücke wurde für den Verkehr freigegeben. Sie ist 500,5 m lang bei einer Breite von 19,50m und ruht auf 12 Pfeilern. Ihre größte Höhe über dem Erdboden erreicht sie über der Rossel mit 25m. Die Baukosten betrugen 6,4 Mio DM.

(Fotos: Stadt Völklingen)
(Fotos: Stadt Völklingen)

1974:
Der Bahnhof Wehrden wurde abgerissen.

1977:
Die Stadt Völklingen begann mit der Erschließung des Gewerbegebietes „Vorderster Berg“

1990:
Wehrden zählte 6.469 Einwohner, davon 4.904 Katholiken, 898 Protestanten und 665 Anhänger anderer Bekenntnisse. Der Ausländeranteil betrug etwa 10%.

1997:
Durch den Saarausbau als „Großschifffahrtsstraße“ fiel die Wehrdener Schleuse weg.

Abbruch des Wehrs. (Foto: Stadt Völklingen)
Abbruch des Wehrs. (Foto: Stadt Völklingen)

 

Die Hochhäuser, die in der Mitte des Brückenkopfes Wehrden den Verkehr wie eine Insel um sich fließen ließen wurden endlich abgerissen.

2000:
Im Juli wurde die Schiffsanlegestelle an der Saar eingeweiht.

Blick 2001 von der Brücke zwischen Völklingen und Wehrden. Im Hintergrund die beiden Schlackenberge "Hermann" und "Dorothea" Links davon zwei "Kühltürme" Rechts davon das inzwischen stillgelegte "Kraftwerk Wehrden". Links: Wehrden mit der neuen Schiffsanlegestelle Im Vordergrund: Die Saar (ehemalige Schleuse) Foto: Andreas Hell 2001
Blick 2001 von der Brücke zwischen Völklingen und Wehrden.
Im Hintergrund die beiden Schlackenberge „Hermann“ und „Dorothea“
Links davon zwei „Kühltürme“ Rechts davon das inzwischen stillgelegte „Kraftwerk Wehrden“.
Links: Wehrden mit der neuen Schiffsanlegestelle
Im Vordergrund: Die Saar (ehemalige Schleuse) Foto: Andreas Hell 2001

2001:
Der neue Brückenkopf und die damit verbundene neue Verkehrsregelung sind endlich fertig.

2002:
Der neue Wehrdener Platz (rund 1000 qm) wurde fertiggestellt. Er liegt direkt oberhalb der künftigen Saarpromenade und der Anlegestelle und ist damit direkt verbunden. Der Bau hat rund 900000 Euro gekostet. Nicht unumstritten war, dass die Autos von der Fläche verbannt wurden.

Seit dem 7. September hat das Wehrdener Panorama einen Turm weniger, der Turm und der Dampferzeuger des Kraftwerks der „Kraftwerk Wehrden GmbH“ wurden um 9.30 Uhr gesprengt. Das Kraftwerk hatte eine 85 jährige Geschichte.
Im November wird der rest des Kraftwerks gesprengt.

Sprengung des Kraftwerk-Schlotes (Auschnitt aus der Saarbrücker Zeitung)
Sprengung des Kraftwerk-Schlotes (Auschnitt aus der Saarbrücker Zeitung)

2003:
Die beiden Kühltürme des alte Kraftwerkes werden abgerissen. Die Stadt Völklingen wiedersetzte sich damit gegen den Denkmalschutz, unter dem die beiden Türme standen.

2004:
Baubeginn der Kulturhalle

2010:
Die Auferstehungskirche wird zum Denkmal, nachdem Sie Ende 2011 eigentlich aufgegeben und verkauft werden sollte.

2011:
Das erste saarländische Minarett steht in Völklingen-Wehrden.
Der Turm ist 8m hoch, aus Stahl und wird mit drei Kuppeln umrahmt.

Minarett in Wehrden
Minarett in Wehrden

2012:
Nun ist die Moschee auch beleuchtet.

Moschee © Andreas Hell
Moschee © Andreas Hell

In den Stadtteilen Wehrden und Ludweiler werden die ersten Stolpersteine verlegt.