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Von Gewinnern und Verlierern eines Fußball-Wochenendes

#Völklingen. Wer meint im Fußball könne man Gewinner und Verlierer alleine am Spielergebnis messen, der täuscht. In Völklingen gab es am vergangenen Wochenende gleich zwei Partien die Beweis dafür liefern, dass es auch neben dem Spielfeld für mehrere Parteien so einiges zu verlieren gibt.



Regionalliga: Ein Derby ist nicht nur auf dem Platz hitzig

Es ist bekannt,  wenn der 1. FC Saarbrücken auf Eintracht Trier trifft, dann treffen sich auch neben dem Spielfeld nicht die besten Freunde. Bereits vor einem halben Jahr traf man sich wegen Ausschreitungen in Trier in einem fast leeren Hermann-Neuberger-Stadion zum Geisterderby. Dieses Mal wiesen Parkverbote für den 1. Oktober rund um den Völklinger Bahnhof bereits im Vorfeld auf eine auf Krawall vorbereitete Polizei hin, deutliche Vorzeichen also das es hier nicht nur um den Sport gehen wird.

Nun, das Fußballspiel entschied der 1. FC Saarbrücken mit 3:1 für sich, das rückte allerdings in Anbetracht der Geschehnisse rund um den Platz schnell in den Hintergrund.
Begonnen hat das Chaos bereits vor dem Spiel: Bereits am Völklinger Bahnhof flogen laut Augenzeugen Böller, teilweise gezielt auf die Polizei, auf dem Weg zum Stadion provozierten die von der Polizei eingekesselten Fans Passanten, die von dem Polizeiaufgebot mehr als überrascht schauten was los ist. Laut Polizei rotteten sich Gruppen von Saarbrücker und Trierer Fans an unterschiedlichen Örtlichkeiten in der ganzen Stadt zusammen, bewaffneten sich teilweise sogar mit Verkehrsschildern und Eisenstangen und verunsicherten so die Bevölkerung noch mehr. Am Stadion angekommen versuchten sich die Trierer auch noch mit einem Blocksturm der Einlasskontrolle zu entziehen. In der Folge sperrte die Polizei Block B des Hermann-Neuberger-Stadions, welcher sich als Heimat der eher ruhigeren FCS-Anhänger und neutralen Zuschauern entwickelt hat, die Folge: Block C und D waren voller als sonst.

Um Punkt 14 Uhr, während des Einlaufs der Mannschaften, wurde im Gästeblock dann schließlich wieder Pyrotechnik gezündet. Rauchbomben nebelten den Gästeblock ein, Leuchtraketen folgen vor den Block direkt auf die Ordner, das Spiel begann dennoch wie geplant.

Brenzlig wurde die Situatuion nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung zum Ungunsten des 1. FCS. Nach 25 Minuten, die Eintracht führt auf Grund des umstrittenen Elfmeters, richtete sich der Blick zahlreicher Saarbrücker überrascht zum Gästeblock: Schwarz-vermummte Trierer traten auf das Tor des Blocks ein, sie hatten es schnell gewaltsam geöffnet: Schnell waren sie im Innenraum. In der Folge strömten auch Saarbrücker Fans auf den Platz, diese Szene wird später im Gegensatz zu den Szenen im Gästeblock im Fernsehen zu sehen sein – zum Unmut der Saarbrücker Anhänger. Doch die Saarbrücker Fans rannten nicht weiter als zur Mittelfeldlinie, von alleine wendeten sie sich wieder dem Gästebereich ab und liefen zurück. Der besonnene Saarbrücker Geschäftsführer David Fischer, die Fanbetreuer und Spieler des FCS sorgten schließlich dafür, dass die Saarbrücker Fans ohne weitere Unruhen oder Polizei wieder im Block verschwanden.

Polizei im Hermann-Neuberger-Stadion (Foto: Hell)
Polizei im Hermann-Neuberger-Stadion (Foto: Hell)

Auch auf der Trierer Seite war relativ schnell wieder Ruhe eingekehrt nachdem auch einige Verantwortliche zum Block stürmten, das noch bevor dann eine große Anzahl von Polizei den Ort des Geschehens überhaupt erreichte.

Das Spiel gedreht, Saarbrücker Fans hatten gute Laune

Als der FCS auf dem Platz das Spiel gedreht hatte, wurde die Stimmung bei den Saarbrücker Fans immer besser. Schmähgesänge und Spruchbanner einiger Saarbrücker in Richtung Trierer Block wie „Absteiger“ und „Auf Wiedersehen“-Rufe lösten im Gästeblock wohl die entgültige Eskalation aus: Wieder traten und schlugen die Trierer Anhänger wie von Sinnen auf die Tür des Blocks ein, das Spiel wurde während dessen plangemäß abgepfiffen.
Retter der Situation war wiederum eine Hand voll Ordner, diese stemmten sich mit all ihrer Kraft gegen die Chaotenschar und verhinderte somit Schlimmeres. Und wieder viel zu spät traf die Polizei am Block der Gäste ein – Der Beweis dafür ist ein Ordner, der krankenhausreif geprügelt wurde und umgehend vom Roten Kreuz behandelt werden musste. Während dieser Ausschreitungen auf der Gegenseite wollte das Saarbrücker Team mit seinen gut gelaunten Fans den Sieg feiern, doch vor dem C-Block reihte sich eine Reihe Polizisten auf: Die Stimmung war wieder kurz vor der Wende, als sich das Saarbrücker Team zum Feiern deeskalierend einfach zwischen Zaun und Polizei platzierte.
Während die Stimmung auf der Saarbrücker Seite gerettet war, musste im Gästeblock Pfefferspray eingesetzt werden. Die Folge sind eine Vielzahl verletzter Fans. Die Trier, die nicht behandelt werden mussten,  mussten in Folge der Auschreitungen vor dem Verlassen des Blocks von der Polizei erkennungsdienstlich erfasst werden.

Gewinner gibt es neben dem Platz keine

Doch wer hat nun neben dem Platz gewonnen, darum geht es doch bei solchen Auschreitungen!?
Es kann neben dem Platz in solch einer Situation wohl nur Verlierer geben: Durch die Auschreitungen rund um das Fußballspiel hat wohl nicht nur der Gastgebende Verein eine Strafe zu befürchten, auch der Verein aus Trier wird sich wohl wegen seiner so genannten „Fans“ einer Strafe beugen müssen. Das sowieso nicht gute Image beider Fangruppen litt unter den Ausschreitungen sowieso.
Für die Polizei ist es gleich wer „angefangen“ hat, das wurde aus dem Polizeibericht der (oftmals als solcher nicht gekennzeichnet) in den Medien seine Runden dreht nur zu deutlich. Die Folge: Imageverlust für die Clubs, Imageverlust für den ganzen Sport.
Und auch die Polizei hat verloren, auch wenn ihr Bericht etwas anderes vermitteln soll: Gleich zwei Mal war es nicht die Exekutive, die im Hermann-Neuberger-Stadion schlimmeres verhinderte, sondern Ordner und Verantwortliche der Vereine, die bis zum Eintreffen der Polizei die Situation meistens bereits im Griff hatten.

Oberliga: Falsche Gästekarten erhitzen die Gemüter

Eine Liga tiefer geht es auch nicht immer sauber zu: Während es auf dem Platz bei dieser Partie keinen Sieger gab (1:1), verloren neben dem Platz die Gäste. Wie Vereinsverantwortliche des SV Röchling Völklingen in sozialen Netzwerken berichteten, sollen die Gäste von Schott Mainz 15 kopierte Gästekarten mitgebracht haben. So wären statt der hinterlegten 15 Eintrittsberechtigungen, ganze 30 im Umlauf gewesen. Eine Dummheit hat das ganze allerdings auffliegen lassen: Das Datum der vergangenen Saison („2015/2016“) war noch auf den Karten zu lesen. Nach dem Spiel wurde es dann auch noch von Seiten der Gästespieler laut, es wurde sogar mit Schlägen gedroht.

Die Gästekarten der Partie (Foto: Facebook)
Die Gästekarten der Partie (Foto: Facebook)

Werbung für eine „fair-play“-Sportart Fußball war dieses Wochenende also definitiv nicht.

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